Magdeburg l Wenn Marko Bezjak morgens aufsteht, dann merkt er es noch. Dass irgendetwas mit seinem rechten Fuß nicht so ganz in Ordnung ist. Anfang Dezember, in der Partie gegen die Rhein-Neckar Löwen, zog er sich eine Sehnenverletzung zu, die den Spielmacher des SC Magdeburg länger als zuerst angenommen beschäftigen sollte. „Rund zwei Monate konnte ich nicht normal trainieren“, erzählt Bezjak, „aber es ist mittlerweile schon viel, viel besser geworden. Im Training und im Spiel spüre ich nichts davon.“

Was Bezjak gerade dagegen viel eher verspürt, ist Vorfreude. Vorfreude auf das kommende Pokal-Wochenende in Hamburg und die Chance, einen Titel zu gewinnen. „Ich war jetzt dreimal dabei, einmal haben wir gewonnen. Wenn ich so in Gedanken den Film ablaufen lasse, dann war das schon schön. Das kann man wiederholen.“

Bezjak erlebt Premiere

Für den Slowenen ist das Final Four die größte Handball-Veranstaltung im Jahr. „Deshalb ist die Stimmung auch so besonders. Da gehen die Fans hin, die uns richtig unterstützen wollen und dafür alles geben“, erklärt Bezjak. Und obwohl er schon dreimal in der Barclaycard Arena aufgelaufen ist, erlebt auch er in dieser Saison eine Premiere. „Meine Frau und meine Töchter sind das erste Mal dabei. Sie waren noch nie da, jetzt fahren sie mit.“

Mit dieser besonderen Unterstützung im Rücken will Bezjak in Hamburg wieder das tun, was er am besten kann: denken und lenken, vorbereiten und Tore erzielen. Es kommt ja nicht von ungefähr, dass Bezjak als „Gehirn“ der Mannschaft bezeichnet wird. Etwas, das ihn selbst zum Lachen bringt. „Ein bisschen denken muss ich schon“, sagt der 32-Jährige und grinst, „der Trainer kann nicht immer sagen, was wir machen sollen. Daher muss ich konzentriert sein und in jeder Situation wissen, was wir tun.“

Hamburg ist auch Kopfsache

Einstudierte Spielzüge sind aber auch nur die halbe Miete. „Am Ende gibt die individuelle Qualität den Ausschlag. Das unterscheidet dann eine Mittelklasse-Mannschaft von einem Spitzenteam“, meint Bezjak. Und seiner Meinung nach entwickelt sich der SCM kontinuierlich in letztere Richtung. „In der Bundesliga wollen wir ganz oben mitspielen, da dürfen wir nicht viele Punkte liegenlassen. Dadurch haben wir schon diese Mentalität bekommen, jedes Spiel gewinnen zu wollen. Wenn wir jetzt nach Hamburg fahren, ist es also genau dasselbe.“

Obwohl: „Hamburg ist ein bisschen mehr Kopfsache als ein Bundesliga-Spiel“, räumt Bezjak ein. Die größere Anspannung mache sich auch bei ihm im Vorfeld bemerkbar. „Das Einzige, was wir im Kopf haben sollten, ist, dass es ein normales Spiel ist und wir gewinnen können.“

Bezjak ist fit

Leichter gesagt, als getan. In der vergangenen Saison versagten den Handballern im Pokal-Halbfinale gegen die Rhein-Neckar Löwen sowie im EHF-Cup-Halbfinale gegen St. Raphael zweimal die Nerven. „Ich denke aber, dass wir jetzt dafür bereit sind“, ist sich Bezjak sicher. Schließlich habe man die Spitzenteams aus Flensburg und Kiel in der Bundesliga besiegt. „Und das müssen wir jetzt wieder aufs Feld bringen.“

Und wenn Bezjak am Samstagmorgen aus dem Bett steigt und sein rechter Fuß zwickt, dann ist das eben noch lange kein schlechtes Omen. „Körperlich geht es mir so gut wie schon lange nicht mehr“, sagt er und lässt eine Aufzählung folgen: „Vor zwei, drei Jahren hatte ich Probleme mit dem Sprunggelenk, der Patella-Sehne, dann dem Ellenbogen. Das ist jetzt alles weg, nur diese Kleinigkeit nicht.“ Soll heißen: Bezjak ist bereit für Großes.

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