Magdeburg l Der Rückhalt der Fans ist für die Handballer ein immens wichtiger Baustein. „Mit der grün-roten Wand im Rücken ist alles möglich“, brachte es zuletzt Michael Damgaard auf den Punkt.

Auch beim Final Four (5./6. Mai), das in der Barclaycard-Arena in Hamburg ausgetragen wird, wird die Magdeburger Fan-Ecke gut gefüllt sein. Das Ticket-Kontingent von 200 Karten, das der SCM den 18 Fanclubs zugesprochen hat, ist bereits vollständig vergriffen, berichtet Fanbetreuerin Gabi Blume.

Fangesänge entwickeln sich von selbst

Für das Final Four ist keine besondere Aktion geplant – das sei aber auch nicht notwendig: „Die Fangesänge entwickeln sich ja währenddessen und – sind wir mal ehrlich – da sind wir den anderen ein Stück weit voraus“, sagt Blume. „Die Fans kommen in einheitlicher Kleidung. Alles andere ist ein Selbstläufer.“

Wenn die Magdeburger am Sonnabend gegen die Rhein-Neckar Löwen im Halbfinale auflaufen (15.15 Uhr), wird ihnen auch Katja Prinzke von den Rängen zujubeln. Die 23-Jährige verbindet mit dem DHB-Pokalfinale eine ganz besondere Erinnerung: „Das erste Final Four habe ich 2004 besucht, damals war ich zehn Jahre alt und trug ein viel zu großes Trikot mit der Rückennummer von Bennet Wiegert“, erzählt Prinzke.

Drama im Halbfinale 2004

Dem jetzigen SCM-Trainer, damals noch Rückraumspieler, kam im Halbfinale gegen den HSV Hamburg eine Schlüsselrolle zu: „Sekunden vor Schluss lag der SCM mit einem Tor gegen die Hamburger zurück und Bennet Wiegert trat zum Siebenmeter an. Wie das endete, haben wohl die meisten SCM-Fans noch in schmerzlicher Erinnerung.“ Denn Torwart Goran Stojanovic parierte den Strafwurf. „Wiegert sank am Siebenmeter-Punkt zusammen, ich weinte auf der Tribüne. Der SCM hatte das Finale verpasst“, so Prinzke.

Die Enttäuschung war groß, mit Freunden ging es danach zum Essen – natürlich weiterhin im Trikot. „Bei der Bestellung der Getränke fragte der Kellner, ob wir Handball-Fans seien, die Magdeburger Mannschaft habe nämlich auch einen Tisch reserviert.“ Da sei die Aufregung ins Unermessliche gestiegen und, tatsächlich, kamen die SCM-Spieler in dasselbe Restaurant. „Jeder begrüßte uns mit Handschlag“, erinnert sich Prinzke, „für mich als zehnjähriges Kind war es das absolute Highlight der sportlich gesehen enttäuschenden Hamburg-Reise, und es zeigt die besondere Verbindung zwischen Verein und Fans.“

Zwölf Jahre später war Prinzke erneut in Hamburg – und feierte den Sieg (32:30 gegen SG Flensburg) des SCM mit Freudentränen in den Augen.

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