Magdeburg l Für die Profi-Sportler ist es vielleicht sogar die schönste Konsequenz der Corona-Pandemie: Sie haben auf einmal (Frei)zeit. Ziemlich viel davon sogar. Magnus Gullerud genießt das momentan in vollen Zügen und verbringt die kommenden Wochen noch in seinem Heimatland Norwegen. „Gerade bin ich bei meiner Schwester in Oslo. Wir haben super Wetter, ich hoffe zwar, dass das so bleibt, kenne Norwegen dafür aber zu gut. Der Regen und der Wind kommen mit Sicherheit“, erzählt der 28-Jährige und lacht.

Vielleicht meint es der Wettergott ja gut mit Gullerud und der Umschwung kommt erst Ende Juni. Denn dann steigt er mit seinem Hund sowieso ins Auto und bricht in Richtung Magdeburg auf. „Am 1. Juli soll es hier losgehen, so ist der Plan“, sagt er. Eine Wohnung hat er bereits gefunden, „mehr Eindrücke von der Stadt“ will er dann sammeln.

Gullerud war vier Jahre in Minden

Für ihn bricht mit seiner neuen Station in Magdeburg das fünfte Jahr in Deutschland und in der Bundesliga an, vier davon hat er mit GWD Minden bestritten. „Der Wechsel hatte rein sportliche Gründe“, berichtet Gullerud, „es war Zeit für mich, eine neue Herausforderung anzugehen. Und nach Magdeburg gehe ich, weil ich mit der Mannschaft um Titel kämpfen will.“ Vorerst wird er das für zwei Jahre tun.

Beim SCM rechnet man sich vor allem mit der neuen Angriffsachse aus Gullerud und Christian O’Sullivan etwas aus. Die beiden kennen sich seit Jahren, spielen in der Nationalmannschaft Norwegens zusammen. „Wir sind derselbe Jahrgang, kennen uns seit der Jugend. Sulli ist ein guter Kumpel von mir“, sagt Gullerud. Und fügt an: „Das kann natürlich ein Vorteil sein, wenn man schon oft zusammen gespielt hat.“

Gullerud und O'Sullivan kennen sich gut

Ob der Kapitän des SCM bei Trainer Bennet Wiegert ein Wörtchen für Gullerud eingelegt hat, weiß er zwar nicht. „Aber wir haben schon über den Wechsel gesprochen, auch bevor klar war, dass es funktioniert. Wenn, dann hoffe ich natürlich, dass Sulli etwas Positives gesagt hat“, sagt Gullerud und grinst. Allem Anschein nach dürfte das der Fall gewesen sein.

Der Kreisläufer wird nach dem Weggang von Erik Schmidt nun gemeinsam mit Zeljko Musa und Moritz Preuss auf der Position auflaufen. Und dabei gerne „auf beiden Wegen“, wie er betont. Heißt: Abwehr und Angriff. Mit 1,94 Meter Körpergröße und 98 Kilo bringt er die richtige Statur dafür mit. Für ihn geht’s dabei aber auch um die Spannung: „Als Kind musste man sich im Fußball für eines entscheiden, also Angriff oder Abwehr. Das war ziemlich langweilig. Ich wollte schon immer beides spielen, fand daher Handball gleich spannender. Und hatte darin auch mehr Talent.“

Gullerud ist treffsicher

In Minden unter Trainer Frank Carstens füllte er sowohl die Rolle im Innenblock als auch am gegnerischen Kreis aus. Mit einer Wurfquote von knapp über 80 Prozent gehört er ligaweit zu den treffsichersten Schützen. Dabei war sein Start in der Bundesliga vor vier Jahren ziemlich holprig. Gullerud erlitt einen Bandscheibenvorfall, musste operiert werden. „Die Verletzung gehört aber der Vergangenheit an“, stellt der Norweger klar.

Und steht seiner Zukunft beim SCM somit nicht im Wege.

Weitere Artikel zum SC Magdeburg finden Sie hier.