Magdeburg l Ausschlafen war bei den Handballern des SC Magdeburg am Freitag erst einmal angesagt. Schließlich kehrte das Team nach dem 28:29 bei der HSG Wetzlar erst in den frühen Morgenstunden nach Magdeburg zurück. Ruhig geschlafen haben dürfte aber kaum einer. Und als die Spieler nach dem Erwachen aus dem Fenster schauten, hatte sich zum Mittag auch das Wetter in der Landeshauptstadt der tristen sportlichen Situation des SCM angepasst.

Regeneration statt Straftraining

So mancher Fan hatte nach der dritten Niederlage sicherlich erwartet, dass die SCM-Handballer am Freitag zum Straftraining antreten müssen. Trainer Bennet Wiegert: „Wenn Fans so denken, kann ich das absolut nachvollziehen. Vor zwanzig Jahren wurde das oft auch gemacht. Aber sportmedizinisch bringt das überhaupt nichts. Um richtig zu regenerieren, helfen jetzt nur Schlaf und keine Ausdauerläufe. Da müssen wir jetzt auch bei allem Ärger die Ruhe bewahren.“

Jetzt warten die Füchse im Pokal

Nach den Niederlagen bei der MT Melsungen, gegen die Rhein-Neckar Löwen und jetzt in Wetzlar muss am Dienstag im Achtelfinale des DHB-Pokals in Berlin bei den Füchsen ein anderer SCM auf die Platte. „Dafür werden wir auch einiges umstellen“, kündigt Wiegert bereits an. Dass er nur wenige Tage Zeit hat, um seine Mannschaft neu auszurichten, gefällt dem Trainer nicht. „Eigentlich ist es schön, wenn man gleich wieder eine Reaktion zeigen kann. Aber wir haben einiges aufzuarbeiten. Wir bekommen vor allem nicht mehr die Emotionalität aus dem Kiel-Spiel auf die Platte. Und nachdem wir in der vergangenen Saison auch auswärts stabil aufgetreten sind, haben wir in allen bisherigen Auswärtsspielen schlecht gespielt. Denn auch in Lemgo war es trotz des Sieges nicht gut.“

Wiegert steht vor Rätsel

Warum die nötigen Rädchen im Spiel seiner Mannschaft plötzlich nicht mehr ineinander greifen, stellt auch den Trainer vor Rätsel. Wiegert: „Wir nehmen uns Dinge vor, die wir aber nicht auf die Platte bekommen und sogar das Gegenteil machen. Wenn ich wüsste, woran das liegt, dann würden wir das ganz schnell abstellen. Trotzdem liegt es allein in meiner Verantwortung, dass wir wieder anders auftreten.“

Bezjak mit zuviel Temperament

Neben der unterirdischen Angriffsquote mit insgesamt 24 Fehlwürfen hat der SCM derzeit auch ein nicht für möglich gehaltenes Torwartproblem. Wie gegen Melsungen und gegen die Löwen wurde erneut das Duell zwischen den Pfosten klar verloren. In Wetzlar brachten es Jannick Green und Tobias Thulin lediglich auf neun Paraden und eine Fangquote von 23,7 Prozent. Allein am Keeper-Duo kann das aber nicht festgemacht werden. Dem Gegner werden viel zu viele freie Würfe und Gegenstöße gestattet. Und dann wurde in Wetzlar am Ende sogar noch ein Ballbesitz durch eine Undiszipliniertheit verschenkt.

Nachdem Green einen Siebenmeter parierte und der SCM beim Stand von 28:29 hätte ausgleichen können, flog hinter der SCM-Bank die Bande um. Da hatte ausgerechnet der sonst so besonnene Marko Bezjak seinen Frust rausgelassen. Mit der Folge, dass der Ballbesitz wechselte und der SCM in Unterzahl das Spiel beenden musste.