Magdeburg l Als sich Moritz Preuss vor drei Wochen im Training am linken Knie verletzte und ein Kreuzbandriss diagnostiziert wurde, sorgte das bei den Handballern des SC Magdeburg für einen großen Schock. Trainer Bennet Wiegert hatte seine Saisonplanungen auf drei Kreisläufer ausgerichtet. Der aus Gummersbach gekommene Preuss und Ex-Fuchs Erik Schmidt sollten Zeljko Musa in Angriff und Abwehr entlasten. Und dann das. Bei einer Ausfallprognose von neun bis zehn Monaten wäre die Saison für Preuss gelaufen.

Kreuzband nur angerissen

Aber vielleicht steht er doch schon früher wieder auf der Platte. „Weil das Kreuzband nur angerissen ist, muss ich erst einmal nicht operiert werden. Wie lange ich trotzdem pausieren muss, ist aber noch nicht abzusehen. Wir müssen Woche für Woche schauen, wie es vorangeht.“

Der 24-Jährige hat diese Entscheidung natürlich nicht allein getroffen. „Ich war beim Arztes meines Vertrauens, der mein Knie sehr gut kennt. Er hat dazu geraten, es mit der konservativen Methode zu versuchen.“ Dass die Schwellung im Knie schnell abgeklungen war, kam Preuss und seinem Mediziner bei der Entscheidungsfindung entgegen. Preuss: „Es ist für die Heilung natürlich viel besser, wenn man das eigene Kreuzband behält und da nichts künstlich eingesetzt werden muss. Da weiß man nie, wie der Körper darauf reagiert.“

Wichtig ist auch, dass das 1,94 Meter große Kraftpaket über eine gute Muskulatur verfügt und die Tests bei den Ärzten ergeben haben, dass sein Knie stabil genug ist für eine konservative Heilung ohne Operation.

Lockere Übungen

Über sensomotorisches Training mit lockeren Übungen wie das Stehen auf einem Wackelbrett wird das Knie von Preuss jetzt weiter stabilisiert. „Bisher läuft das ganz gut. Aber wir machen natürlich einen kleinen Schritt nach dem anderen. Unter Druck darf ich mich da nicht setzen“, erklärt Preuss. Obwohl er die Krücken schon vor sieben Tagen beiseite gelegt hat, bedeutet das nicht, dass er auch bald wieder mit dem Ball in der Hand über die Platte laufen kann. „Wann ich das wieder so richtig kann, ist überhaupt noch nicht abzusehen. Geplant sind jetzt erst einmal die lockeren Übungen. Und in drei bis vier Wochen probiere ich es je nach Gefühl dann vielleicht auch mal mit lockerem Laufen, dabei auch einigen Richtungswechseln und speziellen Übungen im Kraftraum. Dann werden wir schauen.“

Wenn alles planmäßig verläuft, könnte der Kreisläufer möglicherweise sogar noch in diesem Jahr auf die Platte zurückkehren. Preuss: „Es kann aber auch so lange dauern, wie ursprünglich angegeben, also bis zu zehn Monate. Und eine Operation ist durch die aktuelle Entscheidung ja auch noch nicht komplett vom Tisch. Je nach Verlauf ist es ja durchaus möglich, dass ich mich im Herbst doch noch operieren lassen muss.“

Was vom zeitlichen Ablauf eigentlich egal ist. Denn auch wenn sich Preuss sofort hätte operieren lassen, wäre die komplette Saison für ihn gelaufen gewesen. So aber besteht zumindest die Hoffnung auf ein früheres Comeback.