Magdeburg l Während Filip Kuzmanovski am Mittwochvormittag zusammen mit Zeljko Musa nach dem Krafttraining im Fitnesscenter Life einen lockeren Lauf im angrenzenden Herrenkrugpark  absolvierte, wurde offiziell bekanntgegeben, dass „Kuzma“ in der nächsten Saison nicht mehr im roten Trainingspullover mit dem SCM-Logo zu sehen sein wird. Denn der Nordmazedonier hat um eine Vertragsauflösung zum Saisonende gebeten, weil er nach Hannover wechseln will. Dass er dort einen Vertrag bis 2023 unterschrieben hat, haben die Recken inzwischen auch offiziell bestätigt.

Als „Kuzma“ mit seiner Bitte auf den SCM zukam, gab es bei den Grün-Roten vollstes Verständnis. SCM-Trainer Bennet Wiegert: „Wir wollen dem Wunsch des Spielers nachkommen und ihm keine Steine für seine weitere persönliche Entwicklung in den Weg legen.“

Erst seit Sommer in Magdeburg

Der 23-Jährige war allerdings erst im vorigen Sommer mit großen Hoffnungen von Eurofarm Rabotnik nach Magdeburg gewechselt. Warum er jetzt schon wieder eine neue Herausforderung sucht, dürfte mit seiner Rolle im Team zusammenhängen. Kuzmanovski war es in seinen bisherigen Stationen gewohnt, einer der Führungsspieler zu sein und viele Einsatzminuten zu haben. In Magdeburg musste er sich erst einmal hinten anstellen und hatte in der ersten Saisonhälfe nicht die selbst erhofften Einsatzzeiten.

Hannover sucht Ersatz für Olsen

Durch die verletzungsbedingten Ausfälle im Rückraum hat sich das in den letzten Wochen zwar verändert, aber Hannover lockt mit einer freien Stelle im zentralen Rückraum. Die Recken verlieren nämlich zur neuen Saison ihren Spielmacher Morten Olsen, der in seine dänische Heimat zurückkehren wird. Dagegen hoffen die Magdeburger zur neuen Spielzeit auf die Rückkehr der jeweils an der Schulter operierten Marko Bezjak und Gisli Kristjansson.

Für Kuzmanovski wird es dann im Rückraum wieder eng. Und angeblich waren die Recken schon in der vergangenen Saison an ihm interessiert. Doch Kuzmanovski hatte sich ja schon 2017 für einen Anschluss-Vertrag beim SCM entschieden. „Er verfügt mit seinen 23 Jahren noch sehr großes Entwicklungspotential. Aus unserer Sicht ist er ein kompletter Spieler, der seine Stärken auf beiden Seiten des Spielfeldes hat“, schwärmt Hannovers sportlicher Leiter Sven-Sören Christophersen auf der Vereinsseite der Recken.

Rückkehr nach Magdeburg nicht ausgeschlossen

Auch sein Noch-Trainer gibt dem 1,98 Meter großen Rückraumspieler viel Lob mit auf den Weg. Wiegert: „In seinem ersten Bundesligajahr haben wir vielversprechende Ansätze gesehen und hätten gern weiter an ihm und mit ihm gearbeitet. Doch jetzt wünschen wir ,Kuzma‘, dass er sich bei seinem neuen Club weiterentwickeln wird, und werden seinen Weg aufmerksam beobachten.“ Dass der Weg auch nach Magdeburg zurückführen kann, beweisen aktuell Tim Hornke und Christoph Steinert. Die haben auch in anderen Clubs Erfahrungen gesammelt und kehrten im vergangenen Sommer an die Elbe zurück.

Und Kuzmanovski hält sich diese Hintertür auch gerne offen. „Ich bin dem SC Magdeburg sehr dankbar, meinem Wunsch entsprochen zuhaben. Der Club hat mir die Chance gegeben, erste Erfahrungen in der Bundesliga zu sammeln. Wir werden auch definitiv in Kontakt bleiben und vielleicht findet man in der Zukunft nochmals zusammen.“