Magdeburg l So oft wie in den letzten Wochen hat Lukas Mertens in seiner Zeit beim SC Magdeburg die Physiotherapeuten noch nicht bemüht. Aber der Linksaußen muss seit der Verletzung von Matthias Musche (Kreuzbandriss) ja fast durchspielen. „Da ist es schon wichtig, entsprechend zu regenerieren und die Muskeln zu lockern“, erklärt der 24-Jährige.

Volle Zeit und fast fünf Kilometer

Am vergangenen Sonntag in Balingen waren es 52:27 Minuten, davor gegen Lemgo 59:34 Minuten und in Leipzig 59:42 Minuten an Einsatzzeiten. In den Spielen der European Handball League gegen ZSKA Moskau und Nexe war es ähnlich. Und Mertens spulte auch ordentlich Meter ab, läuft pro Spiel rund 4,6 Kilometer. „In Wilhelmshaven und in der Junioren-Nationalmannschaft war ich früher auch oft im Dauereinsatz. Aber in Magdeburg ist das schon eine neue Situation für mich. Und vor allem ist es von der Qualität der Gegner ein Riesenunterschied zur zweiten Liga. Es ist also schon anstrengend, bringt aber auch richtig viel Spaß.“

Mertens als Teamplayer

Hinter einem fitten Matthias Musche waren die Einsatzzeiten für Mertens überschaubar. Aber möglichen Frust darüber ließ er sich nie anmerken und trat immer als loyaler Teamplayer auf. Mertens: „Klar will man als Profi immer so viel spielen wie möglich. Aber zu einer professionellen Einstellung gehört auch, sich hinten anzustellen, wenn der andere einen guten Lauf hat.“ Und nach einem im Mai 2018 erlittenen Kreuzbandriss sollte bei Mertens nach einer rund neunmonatigen Verletzungspause in der ersten Zeit nach seinem Comeback auch nichts riskiert werden.

50 Saisontore sind bisher Rekord

Als Musche am Montag beim Training seiner Teamkollegen vorbeischaute, war das Hallo natürlich groß. Speziell Mertens konnte sich auch gut in Musche reinversetzen. Mertens: „Ich weiß genau, was ,Matze‘ gerade durchmacht und kann ihm nachfühlen. Diese Situation ist wirklich nicht einfach.“ Aber Musche kann sich bei seinem schweren Weg zurück auf die Platte freuen, dass die Position des Linksaußen aktuell bei Mertens in richig guten Händen ist. Vor zehn Tagen war Mertens gegen Lemgo am Ende des Spiels mit seinen zwei Toren der Matchwinner. In Balingen war er am Sonntag mit acht Toren bester Werfer. Und das mit einer Wurfquote von fast 89 Prozent. Aktuell hat Mertens nach zehn Spielen 27 Treffer auf seinem Konto. Die bisherige Bestmarke aus seiner ersten SCM-Saison (2017/18) mit damals 50 Treffern dürfte er also übertreffen.

Irgendwann will der gebürtige Wilhelmshavener auch beim Nationalteam anklopfen. Mertens: „Das sollte das Ziel jedes Bundesliga-Handballers sein. Auf meiner Position gibt es natürlich eine große Konkurrenz. Aber ich bin ja noch jung und rechne mir perspektivisch schon eine Chance aus.“

Respekt vor Erlangen

Heute (18 Uhr, Sky/MagentaSport) müssen in der Getec-Arena erst einmal die Chancen gegen Erlangen genutzt werden. Mertens: „Wir haben eine kleine Serie gestartet, die wir ausbauen wollen. Dass bei Erlangen wichtige Spieler fehlen, sollte uns auf keinen Fall in Sicherheit wiegen. Die haben trotzdem noch eine bundesligareife Truppe, sind vor allem im Tor sehr gut aufgestellt.“