Magdeburg l Während Zeljko Musa schon in Winterjacke und mit Mütze ins Training kommt, steigt Carlos Molina noch in kurzen Hosen aus dem Auto. Der Spanier wirkt motivierter denn je, will so schnell wie möglich in die Halle. Vielleicht auch deshalb die Anreise im kurzen Dress.

Durch die Verletzung von Piotr Chrapkowski besteht für ihn jetzt die Chance, zumindest im Innenblock neben Zeljko Musa eingesetzt zu werden. So wie es bereits in Stuttgart der Fall war, nachdem sich Chrapkowski dort voraussichtlich einen Muskelfaserriss zugezogen hat.

Molina will seine Chance nutzen

„Ich habe in dieser Mannschaft bislang noch keine richtige Chance gehabt. Jetzt hoffe ich, dass ich es gut mache“, sagt Molina. Auf seiner Position im linken Rückraum stehen im Angriff Michael Damgaard und Christian O‘Sullivan vor ihm. In der Abwehr ist es eben Chrapkowski. Dem Spanier bleibt deshalb oft nur die Reservistenrolle.

„Eine Verletzung von einem Kollegen ist immer scheiße“, sagt Molina, „aber das ist der Sport und ich muss jetzt meinen Vorteil nutzen. Ich muss alles geben.“ Die bevorstehenden Spiele gegen Lemgo (Donnerstag, 19 Uhr) und Porto (Sonntag, 15 Uhr) sind für ihn deshalb auch besondere. „Vielleicht fällt Piotr eine Woche aus, vielleicht zwei. Ich weiß es nicht. Die Spiele gegen Lemgo und Porto sind jetzt erst einmal richtungsweisend – für die Mannschaft und für mich“, sagt Molina.

Rolle im Mittelblock ist klar

Der Verein hat zur Verletzung von Chrapkowski bislang noch keine offizielle Diagnose mitgeteilt. Erste Einschätzungen legen aber einen Muskelfaserriss nahe. Ist dem so, geht Trainer Bennet Wiegert von einem Ausfall von rund drei Wochen aus.

Mit Molinas Auftritt gegen Stuttgart war der Coach zufrieden. „Er hat lange auf diese Chance warten müssen. Jetzt ist sie da, er kann sich beweisen. In Stuttgart hat er das schon richtig ordentlich gemacht. Und ich bin überzeugt, dass er das auch in den nächsten Spielen packt. Dafür haben wir ihn ja im Kader.“

Und auch Zeljko Musa fühlt sich mit Molina an seiner Seite im Abwehrzentrum wohl. „Die Abläufe im Mittelblock sind eingespielt. Carlos ist ein guter Typ. Er macht das wirklich gut.“

Keine Probleme mit Schulter

Allerdings fällt mit Chrapkowski nicht nur einer der Abwehrchefs aus, sondern auch ein Spieler, der zuletzt maßgeblich am Magdeburger Tempospiel beteiligt war. Der Pole strahlt im Gegenstoß Torgefahr aus, sucht den eigenen Abschluss. Etwas, woran Molina aufgrund seiner Schulterverletzung lange gehindert worden ist. Auch deshalb hat der 28-Jährige für Wiegerts Planungen nur als Abwehrspezialist eine Rolle gespielt.

Für Molina ist das allerdings kalter Kaffee. „Meine Schulter ist fit. Ich hatte Probleme in der letzten Saison, aber jetzt fühle ich mich gut.“ Er sei bereit, der Mannschaft zu helfen. „Das ist meine Rolle. Wenn ich das schaffe, mache ich wahrscheinlich nicht nur mich glücklich“, sagt er und lacht.

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