Magdeburg l Ein paar Sprüche dürfte sich Matthias Musche für die nächsten Tage garantiert schon im Kopf parat gelegt haben. Denn nach über drei Monaten sieht der 27-Jährige heute seine Teamkollegen des SC Magdeburg wieder. „Ich freue mich riesig auf die Jungs. Endlich wieder untereinander quatschen, sich gegenseitig necken, ein paar Späßchen und Sprüche zu machen. Das hat schon gefehlt“, sagt Musche zum Tag eins nach der Corona-Pause. An Handball ist in dieser Woche allerdings noch nicht zu denken. Für die SCM-Spieler stehen erst einmal umfangreiche Tests in der Uni-Klinik auf dem Programm.

Lust durch History-Games

Ab nächstem Montag soll aber auch wieder der Ball beim Training fliegen. Musche: „Weil es ohne Handball nicht mehr ging, habe ich mir abends immer mal ausgewählte History-Games angeschaut. Darunter natürlich das Champions-League-Finale von 2002. Das hat richtig Appetit gemacht, nach über drei Monaten Pause jetzt wieder selbst richtig an den Ball zu dürfen.“ In den ersten Trainingseinheiten wird aber sicherlich manches auch mal komisch aussehen. „Ein paar Bälle so locker hin- und hergeworfen, das habe ich in der Pause schon. Aber den Ball wieder richtig auf das Tor zu ballern, ist etwas völlig anderes. Mal schauen, ob wir viel verlernt haben und wie die Wurfschulter darauf reagiert.“

Mit dem Rennrad auf den Brocken

Trainer Bennet Wiegert hat aber schon angekündigt, nach einer so langen Pause erst einmal im Schongang zu beginnen. Musche: „Ich habe schon gehört, dass er mich besonders bremsen will, weil ich nur ein Tempo und zwar Vollgas kenne. Kein Problem. Ich habe volles Vertrauen zu ihm. Er wird bei der Trainingssteuerung schon genau wissen, was zu welcher Zeit für uns machbar ist.“ Konditionell muss sich Musche keine Sorgen machen. Der Linksaußen hat in der Pause fleißig trainiert. „Vor allem in der Corona-Anfangszeit, als alles geschlossen war und deshalb irgendwann auch Langeweile zu Hause aufkam, bin ich viel trainieren gegangen, habe Kraft- und Laufeinheiten absolviert.“ Auch mit seinem Rennrad fuhr er Hunderte von Kilometern. Vor einer Woche ist er zusammen mit Tim Hornke sogar zum Brocken hoch. Musche: „Von Wernigerode aus haben wir da rund 70 Kilometer und 1100 Höhenmeter bewältigt.“

Nun wird aber wieder auf Kommando trainiert. „Auch das tut ganz gut. Wenn man sich selbst organisieren muss, dann verschiebt man auch schnell mal seinen Trainingsplan. Aber jetzt gibt’s durch das Mannschaftstraining wieder einen geregelten Tagesablauf“, sagt Musche.

Fans sind ein absolutes Muss

Dass bis zum ersten Punktspiel noch einmal drei Monate vergehen, nimmt Musche gelassen. „Wichtig ist doch, dass es überhaupt wieder losgeht und wir einen Termin haben, auf den wir hinarbeiten können“, sagt er und hofft dann wieder auf volle Hallen: „Ohne Zuschauer ist Handball schwer vorstellbar. Wir brauchen die Emotionen der Fans. Und für die Vereine ist das wirtschaftlich ein absolutes Muss.“

Wirtschaftlich hat sich für ihn auch die Gründung seiner Firma „Mamus“ gelohnt. Seit einem Jahr vertreibt der gebürtige Magdeburger im Online-Handel Produkte für die Bart- und Haarpflege und inzwischen auch Fashion-Artikel. „Ich bin mit dem ersten Jahr sehr zufrieden. Und die Pause konnte ich auch dafür nutzen, unsere Sommerkollektion voranzubringen“, erzählt er. Doch ab heute zählen in erster Linie wieder nur der Handball und der SCM.