Magdeburg l Seit Montag arbeiten die SCM-Handballer beim Training auf der Platte und im Besprechungsraum daran, sich die Niederlage bei der MT Melsungen aus den Händen und Köpfen zu schütteln. Für Erik Schmidt eine bisher ungewohnte Situation. Seit der Kreisläufer im Sommer von den Füchsen aus Berlin nach Magdeburg kam, herrschte bei den Grün-Roten Euphorie. Und mit vier Siegen gab es auch einen perfekten Saisonstart.

Niederlage ausgewertet

Nun waren aber auch mal die Köpfe richtig unten. Schmidt: „Die Niederlage war total unnötig und tut deshalb besonders weh. Aber wir haben das super ausgewertet. Der Trainer hat uns die Fehler aufgezeigt, und auch wir Spieler wurden in die Analyse mit einbezogen. Das finde ich immer gut. Schließlich sind wir ein großes Team und können auch nur gemeinsam erfolgreich sein.“

Obwohl jeder Spieler natürlich so viele Minuten wie möglich auf der Platte stehen möchte, steht für den gebürtigen Mainzer der Teamerfolg erster Stelle. Schmidt: „Gegen Nordhorn habe ich fast durchgespielt, gegen Kiel und Melsungen eher weniger. Aber darüber gibt es keine Diskussionen. Auch wenn es wie eine Floskel klingt – da muss man sein Ego zurückstecken und mit Leistungen überzeugen.“

Musa schon als Gegner symphatisch

Zuletzt war er meist nur bei Unterzahlsituationen auf dem Feld, weil Trainer Bennet Wiegert dann mit einem zweiten Kreisläufer agiert. Dass Zeljko Musa immer noch die Nummer eins auf dieser Position ist, war allerdings von vornherein klar und wurde gegenüber Schmidt auch klar kommuniziert. Bei aller Konkurrenz versteht sich Schmidt deshalb auch als Partner von Musa: „Zeljko war mir schon früher als Gegenspieler symphatisch und ist es jetzt erst recht.“

Apropos frühere Gegenspieler: Wenn jemand seine sechste Bundesliga-Saison spielt, kennt er die neuen Kollegen natürlich schon. „Man hat deshalb auch irgendein Bild über jeden im Kopf“, erzählt Schmidt. „Das macht es dann umso interessanter, die Jungs aus einem ganz anderen Blickwinkel zu sehen. Bei Marko Bezjak beispielsweise bekommst du im gemeinsamen Training das Stauen, wie gut er wirklich ist.“

Getec-Arena einmalig

Ähnlich verhält es sich mit der Getec-Arena. „Ich habe schon oft hier gespielt und fand die Atmosphäre immer toll. Aber wenn du hier im SCM-Trikot aufläufst, dann wird das noch mal getoppt. Unglaublich, was das für zusätzlich Kräfte verleiht“, schwärmt der 26-Jährige, der zuvor für Friesenheim, Hannover und die Füchse 159 Bundesliga-Spiele gemacht und dabei 276  Tore geworfen hat. „Vier Vereine in sechs Jahren klingt viel. Aber jeder Wechsel bringt einen als Spieler weiter. Man muss sich neuen Herausforderungen stellen und lernt andere Dinge kennen. Mir hat das bisher immer gutgetan.“

Dass der 2,04 Meter große Kreisläufer in knapp zwei Wochen schon im DHB-Pokal wieder auf die Füchse trifft, freut ihn besonders. „Klar hätte es leichtere Aufgaben gegeben. Aber wir wollen am Ende gerne den Pokal in den Händen halten. Und dafür müssen wir jeden schlagen. Egal, wo.“

Löwen erfordern Top-Leistung

Für Schmidt ist es deshalb auch kein Problem, dass es nach der Niederlage in Kassel jetzt gegen das Top-Team der Rhein-Neckar Löwen geht: „Über Ansetzungen sollte man in der Handball-Bundesliga nicht groß nachdenken. Und ich weiß auch nicht, ob es angenehmer wäre, wenn wir jetzt nach Ludwigshafen müssten. So aber ist uns allen klar, dass wir unsere Top-Leistung abrufen müssen, um gegen die Löwen zu bestehen.“