Magdeburg l Als Marko Bezjak am Dienstagabend in der Getec-Arena vorgestellt wurde, begrüßte ihn der Hallensprecher als „besten Mittelmann der Welt“. Das ist zwar selbst mit dem Blick der grün-roten Brille etwas übertrieben. Aber das „Bezo“ sein Team grandios lenken kann, ist unstrittig. Umso wichtiger, dass er nach der Operation an seiner rechten Schulter vor einem Jahr im Januar wieder schmerzfrei spielen kann.

WM wäre zu früh gekommen

Um sich zu schonen, hatte Bezjak seit geraumer Zeit auch auf Einsätze in der slowenischen Nationalmannschaft verzichtet. Deshalb war für ihn auch die Weltmeisterschaft im Januar kein Thema und wäre viel zu früh gekommen. Bezjak: „Die WM habe ich mit einer Mischung aus Lust und Vernunft verfolgt. Sechs Spiele in 13 Tagen wären schon ziemlich hart geworden. Diese Zeit konnte ich für meine operierte Schulter besser nutzen.“

Nach dem letzten Spiel im Dezember ist der Ideengeber des SCM-Spiels in seine Heimat gereist und hat dort fleißig Reha-Training absolviert. Bezjak: „Auch die letzten Wochen in Magdeburg habe ich gut genutzt, um die Schulter zu stabilisieren. Die macht auch keine Probleme mehr. Ich bin also bereit für die wirklich noch lange Saison. Bis Ende Juni können wir ja noch auf über 30 Spiele kommen.“

Enger Kontakt zu Nationaltrainer Vranjes

Und möglicherweise kommen auch einige Einsätze für das slowenische Nationalteam hinzu. Denn die Tür zur Auswahl seines Landes steht nach wie vor offen. Bezjak verrät: „Ich habe ja nie einen endgültigen Rücktritt verkündet und unserem jetzigen Nationaltrainer Ljubomir Vranjes auch gesagt, dass er mich jederzeit anrufen kann, wenn er mich braucht.“

Nachdem Slowenien bei der WM das Viertelfinale verpasste, könnte in den nächsten Wochen so ein Anruf aber durchaus kommen. Denn die Slowenen kämpfen vom 12. bis 14. März in Berlin gegen Deutschland, Schweden und Algerien um zwei Tickets für das olmpische Handballturnier in Tokio. Bezjak: „In der gegenwärtigen Situation kann es ja allein durch Corona schnell dazu kommen, dass jemand nicht spielen kann oder darf. Wenn es da einen Notfall mit personellen Problemen gibt, dann bin ich bereit. Zumal das Turnier ja in Berlin ist und aus Magdeburg schnell erreichbar wäre.“

Olympia-Quali völlig offen

Was Olympia für einen Reiz hat, weiß Bezjak aus eigenem Erleben. 2016 war er mit Slowenien schon bei den Spielen in Rio de Janeiro dabei und unterlag damals im Viertelfinale dem späteren Olympiasieger Dänemark. Bezjak: „Noch einmal bei Olympia dabei zu sein, hätte natürlich etwas. Bei der Quali wird die Tagesform entscheiden. Und bei drei Spielen in drei Tagen ist auch ein großer Kader wichtig, um entsprechend rotieren zu können. Da wahrscheinlich keine Zuschauer in die Halle dürfen, gibt es für Deutschland auch keinen richtigen Heimvorteil. Es wird also spannend. Und wenn ich nicht dabei bin, dann haben wir auch noch andere gute Mittelleute, um das große Ziel zu erreichen.“

Fokus liegt auf dem SCM

Bezjaks großer Fokus liegt aber natürlich auf dem SCM. „Die größte Chance auf einen Titel haben wir in der European Handball League. Deshalb war es wichtig, da am Donnerstag gleich wieder gut reinzukommen.“ Dass das Spiel am Sonntag in Flensburg abgesagt wurde, hat der 34-Jährige begrüßt. „Wir konnten nach der WM erst am vergangenen Freitag erstmals wieder im Training Sechs-gegen-Sechs spielen. Insofern war es schon ganz gut, nicht sofort mit einem Top-Spiel starten zu müssen. Jetzt auch noch am Sonntag gegen Minden in der Bundesliga zu Hause spielen zu können, tut schon ganz gut, um nach der Pause langsam wieder richtig reinzukommen.“ Bezjak hat bis in den Sommer hinein schließlich noch viel vor.