Magdeburg l Nur noch 19 Sekunden waren gegen den TVB Stuttgart zu spielen, als SCM-Trainer Bennet Wiegert eine Auszeit nimmt. Von der Anzeigetafel leuchtete ein 29:30 herab. Und die Gastgeber waren in Ballbesitz. Klappt es wenigstens noch mit einem Punkt? Es klappte nicht. Omar Ingi Magnusson scheiterte mit dem letzten Wurf des Spiels.

Schon zur Pause 14 Fehlwürfe

„Ob wir den verdient gehabt hätten, weiß ich nicht. Unterm Strich ist der Sieg für Stuttgart verdient“, erkannte Wiegert die erste Niederlage gegen Stuttgart überhaupt an. Das Spiel hatte sein Team auch nicht in den Schlussminuten, sondern in der ersten Halbzeit verloren. Da trugen die Grün-Roten die Hypothek eines 12:18-Rückstandes in die Kabine. Wiegert: „Das war einfach zu viel. Wir haben uns bis zur Pause 14 Fehlwürfe geleistet. Für eine Bundesligamannschaft, die ein Heimspiel gewinnen möchte, ist das eindeutig zu viel. Dadurch wurden wir auch immer hektischer und haben den Kopf verloren.“

Bitter überragend im Stuttgarter Tor

Vor 1939 Zuschauern tat sich der SCM in der Getec-Arena von Beginn an richtig schwer. Aus dem schnellen 1:3 (3.) wurde zwar eine 5:3-Führung (8.). Doch richtig Sicherheit brachte das auch nicht. Immer wieder scheiterten die Magdeburger vor allem an Jogi Bitter im Stuttgarter Tor. Nach einer Viertelstunde war der auch der erste Keeper in der Bundesliga, der einen Siebenmeter von Omar Ingi Magnusson hielt. Anschließend zogen die Gäste auf 6:9 (18.) davon. Und weil sich die Gastgeber bis zum Seitenwechsel einen Fehler nach dem anderen leisteten, sah es zur Pause richtig finster aus. „Wir sind zu oft in die Konter gelaufen“, ärgerte sich Christoph Steinert.

Nach einer ordentlichen Kabinenpredigt kamen Steinert und Co. mit richtig viel Wut im Bauch aus der Kabine und legten sofort los. Wiegert berichtete: „Ich hatte ihnen in der Kabine gesagt, dass wir mit dem Ergebnis auch noch fahrlässig umgegangen sind. Denn wir hätten auch mit nur drei oder vier Toren Rückstand in die Pause gehen können.“

SCM machte es noch einmal spannend

Nur sieben Minuten nach der Pause waren die Magdeburger aber auf 17:19 dran. Selbst vom zwischenzeitlichen 19:23 (42.) ließ sich der SCM nicht aus dem Konzept bringen und startete die nächste Aufholjagd. Aber als es 21:27 (47.) stand, war die Hoffnung auf den Sieg und die Tabellenführung eigentlich schon dahin. Doch der SCM zeigte noch einmal Moral und gab nicht auf. So hieß es drei Minuten vor Schluss plötzlich nur noch 29:30. Doch erst scheiterte Matthias Musche und dann Magnusson.

Sehr zur Freude von Bitter. „Wir sind nach der Pause noch mal ins Schwimmen geraten. Da hatte ich schon ein bisschen Sorge. Aber wir haben dann wieder Ruhe ins Spiel bringen können. Und am Sieg waren wir letztes Jahr schon nah dran“, so der Ex-Magdeburger.