Magdeburg l Beim SC Magdeburg wurde am Montag nicht nur auf Tabellen, Punkte, Tore und Statistiken geschaut. Auch den Wetterbericht verfolgten die Grün-Roten aufmerksam und hoffen, dass das Sturmtief rechtzeitig abzieht. Denn Dienstagnachmittag macht sich die Mannschaft mit einem Charterflug von Leipzig aus auf den Weg nach Leon, wo Mittwochabend (20 Uhr, DAZN) das zweite Gruppenspiel im EHF-Cup auf dem Programm steht.

Charter spart Zeit und Strapazen

„Durch den Charterflug sind wir definitiv nicht bequemer unterwegs, weil es eine kleine Propeller-Maschine mit 25 Plätzen ist. Aber wir sparen unheimlich viel Zeit. Denn für einen Linienflug müssten wir nach Berlin und wären von dort aus per Zwischenstopp in Madrid nach Bilbao geflogen. Und von dort aus hätten wir dann noch einmal rund vier Stunden mit dem Zug nach Leon gebraucht“, erklärt SCM-Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt. So aber kann der SCM-Tross nach rund viereinhalb Stunden Flug sogar direkt in Leon landen und von dort aus am Donnerstag auch wieder starten. Schmedt: „Da der Flughafen in Leon 22 Uhr schließt, müssen wir noch einmal übernachten. Bei den Spielen in Nantes und Velenje fliegen wir dagegen direkt nach den Spielen noch zurück.“

Da die Charterflüge natürlich auch mit Mehrkosten verbunden sind, ist man beim SCM schon froh, wenn die Gruppenphase im EHF-Cup mit einer schwarzen Null abgeschlossen wird. Schmedt: „In diesem Wettbewerb geht es vielmehr um das Image. Und wir haben ein Jahr hart dafür gekämpft, um international dabei sein zu können. Dass die Reisen teilweise beschwerlich sind, gehört dazu. Aber das haben wir uns so ausgesucht. Deshalb jammern wir da auch nicht und freuen uns auch auf die Auswärtsspiele.“

Leon mit erfahrenem Coach

Während der SCM zum Auftakt der Gruppenphase mit 32:26 gegen Gorenje Velenje gewonnen hat, musste sich Leon mit 28:34 in Nantes geschlagen geben. Eine Halbzeit lang hielten die Spanier ordentlich mit und mussten die Gastgeber erst in der letzten Viertelstunde richtig davonziehen lassen. Gegen den SCM sind die Spanier dadurch schon unter Zugzwang. „Das ist eine junge Mannschaft mit einem erfahrenen Trainer. Und Leon ist inzwischen auf bestem Weg, hinter Barcelona die klare Nummer zwei in Spanien zu werden“, erklärt SCM-Trainer Bennet Wiegert.

Sein Gegenüber heißt Manolo Cadenas, der im letzten Sommer nach Leon zurückgekehrt war. Wiegert: „Er lässt unterschiedliche Formationen spielen und wechselt auch das Personal. Da müssen wir uns auf viele Eventualitäten vorbereiten.“ Und auf ein heißes Publikum. Wiegert: „Während für die Fans der deutschen Clubs der EHF-Cup eher so ein bisschen Bonus ist, sind die spanischen Fans richtig heiß auf die internationalen Spiele. Wir müssen da also einen kühlen Kopf bewahren.“

Regeneration ganz wichtig

Und nicht solche Phasen im Spiel wie zuletzt gegen Hannover und Velenje haben. Nach dem verschenkten Punkt in der Bundesliga gerieten die Magdeburger gegen Velenje durch einen 5:12-Lauf sogar in Rückstand. „Das darf uns auswärts auf keinen Fall passieren“, sagt Piotr Chrapkowski, der Leons Trainer sehr gut kennt. „Er war drei Jahre lang bei Wisla Plock und setzt auf die spanische Schule mit offensiver Abwehr und konsequentem Kreisspiel.“ Für die hohe Belastung in dieser Woche kennt Chrapkowski auch nur ein Rezept. „Wir müssen viel Zeit bei unseren Physiotherapeuten verbringen und im Kopf richtig wach sein“, fordert der Abwehrchef.