León/Magdeburg l Früher haben Tornetze in ganz Deutschland vor den Würfen des Bennet Wiegert gezittert, jetzt sind es die Steine auf seiner Taktiktafel. Die trugen gestern Abend die Farben grün und blau. Und Wiegert verschob sie in einer Art und Weise übers Brett in seiner ersten Auszeit, die sofort erkennen ließ: Der SCM-Trainer war äußerst sauer.

Das durfte er auch sein, denn seine Magdeburger Handballer lieferten in der ersten Halbzeit des zweiten Gruppenspiels im EHF-Cup eine schwache Leistung ab der zehnten Minute. Den gastgebenden Spaniern von Ademar León hatte das am Ende allerdings nichts genützt. Die Grün-Roten setzten sich letztlich mit 31:27 (12:14) durch und übernahmen damit die Führung in der Gruppe C.

Wiegert ließ in jener Auszeit nach 20 Minuten und beim 9:9 seinem Frust also freien Lauf. Was hatten er und 3000 Zuschauer bis dahin gesehen? Erst eine 2:0-Führung der Gastgeber (2.). Dann einen 6:0-Lauf seiner Mannschaft, die Matthias Musche mit zwei Treffern, darunter einen per Konter, abschloss (2:6/10.). Mehrere gute Paraden seines Keepers Jannick Green. Und einen ungeahnten Leistungsabfall im Angriff. Vieles lief bei den Magdeburgern folglich über Einzelaktionen. Einige Angriffe endeten in technischen Fehlern. Bis zur Halbzeitpause gelangen den Gästen nur noch sechs Treffer. In der Kabine im Palacio de los Deportes de León wird es ordentlich gerappelt haben.

Zumindest sprach der Einstieg in die zweite Hälfte für eine Kopfwäsche, die Wiegert seinem Team verabreicht hat. Fortan wirkte der SCM in allen Elementen temporeicher, aggressiver, kompakter. Bis zum 20:25 (49.) durch Lukas Mertens, dann wurde es wieder eng. Fünf Minuten vor Schluss nahm Wiegert noch eine Auszeit (25:27). Der 38-Jährige redete ganz ruhig auf seine Spieler ein. Und auch seine Mannschaft behielt einen kühlen Kopf.

Michael Damgaard, der mit neun Toren bester SCM-Werfer war, Daniel Pettersson und Neuzugang Kay Smits stellten mit ihren Treffern den zweiten Gruppensieg sicher. Am 23. Februar ist der SCM zu Gast bei HBC Nantes.