Magdeburg l Die Flensburger sind in der Handball-Bundesliga seit nunmehr 32 Spielen ungeschlagen. Letztmals verlor der amtierende Meister in Magdeburg. Das war am 29. März 2018 mit 23:29. Und viele Fans in ganz Deutschland drücken dem SCM die Daumen, damit Flensburg wieder an der Elbe verliert und die Meisterschaft neue Spannung bekommt. Martin Schwalb wird für Sky als Experte dabei sein. Der Ex-Trainer, der unter anderem mit dem HSV die Champions League gewann, und Ex-Nationalspieler freut sich auch schon riesig auf den Abend in der Getec-Arena.

„Da schlägt das Handball-Herz höher“

„Eine tolle Partie. Beide Teams spielen schnell und attraktiv. Da schlägt das Handball-Herz natürlich höher“, kann Schwalb den Anwurf kaum erwarten. Einen Favoriten gibt es für ihn nicht. Schwalb: „In diesem Spiel kann alles passieren. Beide Teams sind absolut auf Augenhöhe. Deshalb tippe ich auf ein 27:27.

Sollten die Flensburger gewinnen, ist ihnen der Titel kaum noch zu nehmen. Wenn der SCM gewinnt, ist oben wieder alles möglich. Auch Rang zwei und damit die Champions League für die Magdeburger.“

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Schwalb begeistert vom SCM

Neben dem Heimvorteil dürften laut Schwalb die Gastgeber auch aus den letzten Duellen viel Selbstvertrauen tanken. Schwalb: „Der SCM hat den Flensburgern ja nicht nur in der Bundesliga die letzte Niederlage beigefügt, sondern im Pokalachtelfinale sogar in Flensburg gewonnen. Die SG scheint den Magdeburgern also zu liegen. Die wissen, wie es geht. Für den SCM spricht vor allem das schnelle Umschalten bei Ballgewinn. Da agieren sie mit richtig guten Pässen. Aber auch in der zweiten und dritten Welle treffen sie viele gute Entscheidungen und kommen deshalb auch mit wenig Aufwand zu ihren Toren.“

Bezjak als Schlüsselspieler

Eine Schlüsselrolle nimmt dabei Marko Bezjak ein. Schwalb: „Wenn man ihn spielen sieht, dann kommt man schon ins Schwärmen. Aber auch Christian O‘Sullivan hatte ich lange unterschätzt und bin jetzt sehr angetan von ihm. Dass der SCM gut scoutet, zeigt die Verpflichtung von Albin Lagergren. Dieser Rückraum ist ein echter Faustpfand. Mit Jannick Green steht dazu ein Top-Mann im Tor. Und davor haben sich Zeljko Musa und Piotr Chrapkowski in der Abwehr richtig gut gefunden. Da steckt eine tolle Philosophie dahinter. Und der SCM ist deshalb inzwischen auch für Topspieler wieder eine richtig gute Adresse in der Handball-Welt.“

Flensburg hat breiteren Kader

Für die Flensburger spricht natürlich auch viel. Schwalb: „Der Kader ist qualitativ breiter. Ob Magnus Röd oder Holger Glandorf im rechten Rückraum agieren, macht keinen Unterschied. Auch Jim Gottfridsson oder Rasmus Lauge nehmen sich in der Mitte nichts. Dazu gleich drei Kreisläufer mit einem erfahrenen Tobias Karlsson im Mittelblock. Das ist schon sehr ordentlich. Und die Flensburger sind Druck gewöhnt, haben einige Spiele erst ganz zum Schluss entschieden.“ Was auch die SCM-Fans verhindern können. Schwalb: „Die Halle wird toben. Da bin ich mir ganz sicher.“

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