Magdeburg l Vom Weihnachtsfest hatten die Handballer des SC Magdeburg nicht viel. Heiligabend wurde trainiert, am ersten Feiertag ging es mit dem Bus nach Lingen, am zweiten Feiertag wurde dort gespielt. Mit einem 27:21-Sieg belohnten sich die Grün-Roten bei der HSG Nordhorn-Lingen aber für den Weihnachtsaufwand wie erhofft.

Um es nun auch Silvester richtig krachen zu lassen, müssen morgen in der Getec-Arena (13.30 Uhr, Sky) gegen Wetzlar weitere zwei Punkte her. „Ich hoffe dabei auch auf den Heimspieleffekt. Denn da müssen wir noch einmal richtig Willen zeigen und brauchen unsere Fans“, sagt SCM-Trainer Bennet Wiegert.

Trainer Wiegert lobt sein Team

Der war natürlich hochzufrieden, als er in den frühen Morgenstunden des Freitags aus dem Mannschaftsbus stieg. „Wie wir das Spiel gegen Nordhorn-Lingen von der ersten Minute an angenommen haben, macht mich stolz. Das war ja kein verunsicherter Aufsteiger und Tabellenletzter. Deshalb war mir klar, dass man da nicht einfach so hinfährt und den Gegner abschießt.“

Nach einem 15:10 zur Pause ließ der SCM die Gastgeber zwar noch einmal auf zwei Tore heran, brachte das Spiel aber letztlich souverän über die Runden. Was allerdings auch viel Kraft gekostet hat. Zumal die Magdeburger auf drei Stammkräfte verzichten mussten.

Fragezeichen hinter Bezjak und Lagergren

Dass Zeljko Musa nach seinem Innenbandriss im linken Knie noch pausiert, damit war zu rechnen. Aber auch Marko Bezjak und Albin Lagergren standen nicht auf der Platte. „Beide waren nicht spielfähig“, erklärt Wiegert und will von taktischer Schonung im Hinblick auf das Spiel gegen Wetzlar nichts wissen. „Ich unterschätze in der Bundesliga keinen Gegner und haue deshalb personell alles rein, was am erfolgsorientierten ist.“

Ob die beiden und eventuell auch Musa gegen Wetzlar wieder am Ball sind, entscheidet sich erst kurzfristig. Über die genauen Hintergründe der nicht gegebenen Spielfähigkeit von Bezjak und Lagergren hüllt sich Wiegert aufgrund der neuen SCM-Datenschutzrichtlinien in Schweigen. Wiegert sagt nur so viel: „Wir haben einen Kader, der das auffangen kann.“ Deshalb kam es für ihn auch nicht infrage, Musa schon wieder auf die Platte zu schicken und damit ein Risiko einzugehen. Einen nicht hundertprozentigen Spieler einzusetzen, würde für wenig Vertrauen gegenüber den anderen Akteuren sprechen.

Moritz Preuss jedenfalls machte es in der Offensive am Kreis richtig gut und wird nach seiner Verletzungspause von Spiel zu Spiel stärker. Und Erik Schmidt sorgte im Verbund mit Piotr Chrapkowski und dem starken Jannick Green im Tor für eine stabile Abwehr. Wiegert: „Wir haben unseren Kader ja so aufgestellt, dass wir die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilen können.“

Niederlage im Hinspiel als zusätzliche Motiva

Um deutlich zu machen, dass die Grün-Roten auch gegen Wetzlar alles raushauen müssen, wird Wiegert an das Hinspiel erinnern. Nach dem 28:29 hatte der SCM sechs Minuspunkte auf dem Konto und in der Liga schien nicht mehr viel zu gehen.

Vor allem gab es da das 27:20 von Wetzlar vor einer Woche in Kiel, es sagt viel über die Gefährlichkeit der Hessen. „Das ist Warnung genug, und wir haben natürlich auch etwas gutzumachen“, sagt Tim Hornke. Wo auch wieder viel von seiner Nervenstärke abhängen wird. Dass er beim Sieg in Lingen sechs von sieben Siebenmetern verwandelt hat, gab viel Sicherheit.