Magdeburg l Zwei Spiele, zwei völlig unterschiedliche Spielverläufe und unterm Strich steht das: Der SC Magdeburg verwirft gegen die Füchse Berlin in der Bundesliga vier von sieben zugesprochenen Siebenmetern. Gleich drei Schützen – Matthias Musche, Tim Hornke und Daniel Pettersson – zeigen Nerven. Im EHF-Cup gegen Gornik Zabrze dagegen trifft Tim Hornke dreimal bei drei Versuchen vom Punkt, hat also eine hundertprozentige Quote.

Gerade diese einfachen Tore können spielentscheidend sein und es zieht sich wie ein roter Faden durch die bisherige Saison des SCM, dass die Handballer besonders in engen Partien daraus keinen Vorteil ziehen können.

Spielt Kopf eine Rolle?

Aktuellstes Beispiel ist nun mal die Partie gegen die Füchse. Matthias Musche hatte beim Stand von 27:28 (60.) sogar noch das Unentschieden auf der Hand, scheiterte mit seinem Strafwurf aber am starken Berliner Torhüter Dejan Milosavljev. Dessen Leistung ist das eine, die Abschlussqualität der SCM-Schützen das andere.

Musche selbst berichtet, dass er sich den gegnerischen Torhüter zuvor schon ausgeguckt hatte. „Ich wusste, dass er immer nach unten geht. Ich hätte den Ball einfach oben reinziehen sollen, hab’s aber nicht getan. Keine Ahnung, warum“, rätselte der Linksaußen nach Abpfiff.

Wellenförmige Quote beim SCM

Es könnte ein Indiz dafür sein, dass der Kopf mittlerweile eben doch eine Rolle spielt. Seit der Auswärtsniederlage in Melsungen im September begleitet die Schwäche die Magdeburger. „Die Siebenmeter-Quote verläuft bei uns wellenförmig. Mal denkst du: Ach, das läuft ja ganz gut. Dann sackt es wieder ab“, meint SCM-Trainer Bennet Wiegert. Gegen Erlangen (2/2) und Leipzig (4/4) schien sich die Baustelle zuletzt quasi von selbst aufgelöst zu haben. Doch schon im Spiel gegen Minden (3/5) war das Problem wieder da. Die Sorge ist dementsprechend vorhanden, dass die Schützen dadurch weiter verunsichert werden.

Denn letztlich ist die Rechnung ja einfach: Der SCM hätte allein in der Partie gegen die Füchse einen Punkt, ja sogar zwei Punkte holen können, wenn die Treffsicherheit beim Siebenmeter da gewesen wäre. Etwas, das die Handballer beschäftigt. „Dass ich mir im Nachhinein Vorwürfe mache, ist ja auch klar“, berichtete beispielsweise Musche.

Druck kein Kriterium

Zudem bemerkenswert: Am Sonntag, als der SCM ohne Druck gegen Gornik Zabrze im EHF-Cup aufspielen konnte, lief es auch in punkto Siebenmeter wieder wie am Schnürchen. „Der Druck lastet ja immer auf uns Schützen, egal, gegen wen wir spielen. Das sollte also eigentlich kein Grund sein“, sagte Tim Hornke danach. Und: „Wir dürfen nicht darüber nachdenken, müssen einfach weitermachen.“

Kneifen wird beim SCM somit keiner. „Ich bin bereit, wieder Verantwortung zu übernehmen und erneut anzutreten“, stellt Musche klar.

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