Magdeburg l Zwei Versuche, zwei Tore – für Moritz Preuss lief es beim EM-Qualispiel der deutschen Handballer am Sonntag gegen Österreich ordentlich. Am Ende gab es mit dem klaren 34:20-Sieg eine gelungene Generalprobe für die WM in Ägypten. „Das lief richtig gut und wir können optimistisch zur WM reisen“, sagt Preuss, der den SC Magdeburg im DHB-Team vertritt. Für den 25-Jährigen ein absoluter Höhepunkt seiner bisherigen Karriere.

Preuss als Option für die Offensive

Den er kaum noch erwarten kann. Preuss: „Wir sind jetzt schon seit über einer Woche zusammen, haben viel trainiert und uns als Gruppe zusammengefunden. Jetzt freuen wir uns riesig, dass es endlich losgeht und wir dieses Turnier spielen dürfen.“ Bestimmte Traumgegner oder Spieler, denen er unbedingt mal gegenüberstehen will, gibt es nicht. „Je weiter wir kommen, desto attraktiver werden die Gegner und Gegenspieler. Und wir fliegen dorthin, um uns mit den Topteams zu messen“, so Preuss, der vor einer Woche kurz um die WM zittern musste. Da verletzte er sich am linken Knie und konnte deshalb in Österreich nicht spielen. „Da habe ich im Zweikampf einen Schlag auf die Kapsel bekommen. Aber es ist zum Glück alles wieder okay“, verrät Preuss, der als zusätzliche Stabilisierung eine Bandage am Kniegelenk trägt. Und wie im zweiten Spiel gegen Österreich deutlich erkennbar wird Preuss vorrangig in der Offensive zum Einsatz kommen und hat sich dabei als echte Option erwiesen. „Wir haben zwar auch die Abwehrarbeit trainiert. Aber ich denke, dass ich erst einmal über den Angriff ins Spiel komme“, bestätigt Preuss, der in Ägypten im Hotel das Zimmer mit dem Mindener Juri Knorr teilen wird.

Preuss begeistert von der hohen Qualität

Durch die Duelle in der Bundesliga kannte Preuss seine Nationalmannschaftskollegen natürlich schon vorher. Eines hat ihn aber schon überrascht. Preuss: „Man weiß zwar so ungefähr, was jeder so kann. Aber wenn man zusammen trainiert, ist das schon noch mal ein ganz anderes Gefühl. Echt beeindruckend, was für eine enorme Qualität und hohe Physis hier auch im Training herrscht. Dadurch ist die Intensität sehr hoch.“ Was Bundestrainer Alfred Gislason aber nicht daran hindert, auch mal zweieinhalb Stunden trainieren zu lassen. Preuss lachend: „Ich habe vorher gar nicht gewusst, dass es so lange Trainingseinheiten geben kann.“

Auftaktsiege als Muss

Aber auch da folgen die Spieler dem Trainer ohne Murren. Preuss: „Man spürt deutlich, dass er im Handball schon so viel erlebt hat. Wenn er uns zusammenholt und Dinge erklärt, dann hängen wir an seinen Lippen. Er kann auch ganz genau das Potenzial jedes Einzelnen einschätzen und baut darauf sein System auf.“

Zu was das bei der WM reichen wird, vermag er nicht zu sagen. Preuss: „Klar sind Teams wie Spanien und Kroatien die Favoriten. Aber in Corona-Zeiten können da auch plötzlich wichtige Spieler fehlen. Wir konzentrieren uns aber besser nur auf uns und sollten von Spiel zu Spiel planen. Uruguay und Kapverden werden wir nicht unterschätzen. Aber da sind zwei Siege ein Muss.“