Magdeburg l Es ist schon eine Weile her, dass die Handballer des SC Magdeburg zwei Tage am Stück komplett für sich hatten. Jetzt aber nutzt SCM-Trainer Bennet Wiegert die Gunst der Stunde, sieht seine Schützlinge erst morgen wieder. „Sie brauchen jetzt einfach frei“, betont er, „vielleicht nicht einmal unbedingt körperlich, aber vor allem mental habe ich ihnen in letzter Zeit viel abgefordert.“

Zwei Spiele innerhalb von 48 Stunden

Seit dem Bundesliga-Start im neuen Jahr am 2. Februar hat der SCM schon zehn Spiele absolviert, vier davon im EHF-Cup. Zwei Niederlagen, ein Unentschieden sowie sieben Siege stehen zu Buche. Der straffe Spielplan gipfelte jetzt darin, dass die Mannschaft innerhalb von 48 Stunden zweimal auf dem Spielfeld stand. „Es ist ein Mammutprogramm, das wir absolvieren, und das Spiel gegen Erlangen war da ja nur die Krönung“, sagt Wiegert.

Nach einem „aufreibenden Kampf“ gegen Nantes (29:28) am Sonntag folgte am Dienstag eine weitere intensive Partie gegen Erlangen (24:20). „In ihrer Situation beißen sie um alles“, sagt Wiegert. Dementsprechend kampfbetont und hart wurde die Partie geführt. Drei Disqualifikationen und insgesamt elf Zeitstrafen zeugen davon. Ein „Schonprogramm“ war somit einfach nicht drin. Oder, wie Wiegert resümiert: „Das ist der harte Bundesliga-Alltag.“

Wiegert schöpft Kaderbreite voll aus

Der Trainer nutzte bis auf Tobias Thulin die volle Kaderbreite, hätte einige seiner Akteure aber auch gerne komplett geschont. Beispielsweise sollte Kapitän Christian O’Sullivan, der sich eine Prellung am linken Knie zugezogen hat, gar nicht auflaufen. Wiegerts ironische Anmerkung dazu: „Man hat ja gesehen, wie gut das geklappt hat.“ Nach dem 11:13-Halbzeitrückstand kam der Norweger nämlich aufs Feld und agierte auf Rückraum Mitte. „Ihn müssen wir jetzt bis zum Stuttgart-Spiel in Watte packen.“

Für Tim Hornke, mit neun Toren bester Werfer, hat in der zweiten Halbzeit dann vor allem das Abwehr-Verhalten des SCM das Spiel entschieden. „Antonio Metzner hatten wir davor nicht im Griff. Dann haben wir aber eine Schippe draufgelegt und konnte so auch einfache Tore erzielen. Das war der Knackpunkt“, meint der Rechtsaußen.

Wiegert sieht Wurfquote als Kernproblem

Dass aus spielerischer Sicht nicht alles überzeugend war, war Hornke bewusst. „Wir haben schon gehofft, dass wir das deutlicher gestalten, waren deshalb in der Halbzeit auch nicht zufrieden“, sagt er. Die Wurfquote des SCM liegt – laut Statistik der Handball-Bundesliga – zum Beispiel bei 53 Prozent. Für 24 Tore brauchte der SCM-Angriff 45 Versuche. Das sah auch Wiegert als Kernproblem an. Dennoch: „Die Mannschaft hat den Charaktertest bestanden. Mit Wille und Leidenschaft haben wir das Spiel umgebogen und zwei Punkte eingefahren. Dass das Team gekämpft hat, dass sehe ich gerne in Magdeburg, damit kann ich mich identifizieren.“

Während sich die SCM-Handballer also über die Kurz-Auszeit freuen, bevor es am Sonnabend in Richtung Stuttgart geht, blickt der Coach schon etwas voraus: „Wichtiger für uns ist eigentlich die anstehende Länderspielpause. Die ist noch wichtiger als diese zwei Tage.“ Vom 9. bis 16. März ist dann nämlich tatsächlich spielfrei.