Magdeburg l Als Tim Hornke nach der 29:31-Niederlage bei der MT Melsungen das Wort ergriff, fiel seine Analyse kurz aus: „Damit ist alles gesagt“, meinte der Rechtsaußen und bezog sich dabei auf Tobias Reichmann. Der hatte zuvor erklärt, was aus seiner Sicht ausschlaggebend für den Sieg Melsungens war: „In der Abwehr waren wir aggressiv und haben sie zu Fehlern gezwungen. So kamen wir zu relativ einfachen Toren.“

Etwas, das sonst eigentlich der SCM über sein Tempospiel zelebriert. Am Donnerstagabend jedoch musste die Mannschaft von Trainer Bennet Wiegert in der Offensive vor allem aus dem Positionsspiel heraus agieren, da Melsungen durch ein schnelles Rückzugsverhalten rechtzeitig zur Stelle war. Und dort fand der SCM kaum effektive Antworten. Am Kreis gab es für Zeljko Musa kein Durchkommen. Wenn, dann gelang es zu Beginn noch Daniel Pettersson, sich über die rechte Seite in Szene zu setzen.

SCM kann Überzahl nicht nutzen

Doch das war zu wenig. Auch, weil das SCM-Spiel zu fehlerbehaftet war. Als Beispiel: Im Rückraum kam Michael Damgaard, der erst vor einer Woche gegen den THW Kiel mit sechs Toren noch zum Matchwinner avancierte, auf eine Wurfquote von 40 Prozent. Von zehn Würfen verwandelte der Däne nur vier.

Außerdem ließen die Siebenmeterschützen drei Chancen liegen. Bezieht man zudem mit ein, dass die MT 16 Minuten in Unterzahl spielte, der SCM dagegen nur zwei Zeitstrafen verkraften musste, haben die Magdeburger einfach zu wenig aus ihren Möglichkeiten gemacht.

Musche: "Kleinigkeiten haben gefehlt"

„Wir haben uns zu viele Fehler geleistet. 16 Fehlwürfe und elf technische Fehler sagen alles“, beklagte auch Wiegert, „damit kannst du auswärts nicht gewinnen. Wenn wir mal in Schlagdistanz waren, haben wir es nicht geschafft, den Druck auf Melsungen noch einmal zu erhöhen und so die Führung zu erzwingen.“

Dass der Gastgeber mit Nebojsa Simic, der auf zwölf Paraden kam, auch das Torhüter-Duell für sich entscheiden konnte, spielte den Hessen natürlich in die Karten. „Letztlich waren es Kleinigkeiten, die überall gefehlt haben“, bilanzierte Matthias Musche.

Löwen reisen nach Magdeburg

Den Magdeburgern bleibt nun eine Woche Zeit, um sich auf das nächste Spiel vorzubereiten. Ein Top-Spiel, denn am kommenden Sonntag gastieren die punktgleichen Rhein-Neckar Löwen in der Getec-Arena (13.30 Uhr).

Dass die Niederlage in Kassel die Sinne nach dem makellosen 8:0-Start geschärft haben könnte, ist für den SCM-Trainer kein Trost. „Eine Niederlage kommt nie zur rechten Zeit“, sagte Wiegert, „denn diese Punkte, die bekommst du nicht mehr wieder. Jetzt müssen wir unseren Fokus schärfen und neue Energie aufladen. Denn wenn wir gegen die Löwen verlieren sollten, dann ist der gute Start auf einmal gar nicht mehr so gut.“

Oberste Priorität hat nach dem freien Wochenende somit die Vorbereitung auf das bevorstehende Heimspiel. „Gerade zu Hause wollen wir jedes Spiel gewinnen und darauf bereiten wir uns jetzt vor“, sagte Tim Hornke.

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