Magdeburg l Als Tim Hornke noch ein Handball-Steppke war, hatte er am Jahresende immer einen großen Wunsch. „Ich wollte unbedingt mal an Heiligabend trainieren“, verrät der Rechtsaußen des SC Magdeburg. Inzwischen ist der Wunsch zur Normalität geworden. „Klar ist das für die Familie nicht so toll“, sagt Hornke. „Aber man gewöhnt sich dran, dass Handball an den Feiertagen eine feste Tradition ist.“

Volles Programm an den Festtagen

Im aktuellen Fall bedeutet das für ihn und seine Kollegen, dass nach einem freien Montag heute Vormittag trainiert wird. Morgen Nachmittag machen sich die Grün-Roten dann auf den Weg in den Norden, wo sie am zweiten Weihnachtsfeiertag bei der HSG Nordhorn-Lingen (18 Uhr, Sky) spielen. SCM-Trainer Bennet Wiegert: „Auch wenn Weihnachten ist, gehen wir dieses Spiel mit der gewohnten Professionalität an und reisen einen Tag vorher zum Spiel.“

Dass zwei Punkte in der Emslandarena für den SCM Pflicht sind, mag Wiegert nicht gerne hören. „In der Handball-Bundesliga ist in dieser Saison überhaupt nichts planbar. Deshalb sind wir gut beraten, dass wir auch dieses Spiel richtig ernst nehmen. Nordhorn-Lingen war in vielen der vergangenen Partien eng dran. Irgendwann werden sie sich mal belohnen. Das soll aber nicht ausgerechnet gegen uns sein“, warnt der Coach.

Und sein Außenspieler stimmt ihm zu. Hornke: „Ich spiele ja nun schon einige Jahre in der Bundesliga. Aber so viel Spannung im Kampf um die vorderen Plätze gab es lange nicht. Als wir im September drei Spiele in Folge verloren haben, hat doch keiner für möglich gehalten, dass wir jetzt nur zwei Punkte hinter der Tabellenspitze liegen.“

Denn mit der Niederlage gegen Wetzlar hat auch der bisher souverän aufspielende THW Kiel seine erste echte Delle bekommen und hat nun auch schon vier Niederlagen auf dem Konto. Hornke: „Umso wichtiger, dass wir unsere eigenen Aufgaben meistern und die letzten beiden Spiele bis zur WM-Pause auch noch gewinnen.“

Wiedersehen mit Robert Weber

Robert Weber wird am Donnerstag etwas dagegen haben. Der 34-Jährige war viele Jahre beim SCM genau auf Hornkes Position gesetzt und spielt jetzt für den Aufsteiger. Obwohl sich Weber als Rekordtorschütze in der Geschichte des Magdeburger Handballs verewigt hat, war der Abschied bekanntlich nicht ganz so harmonisch. Entsprechend motiviert wird der Österreicher morgen ins Spiel gehen.

Mehr Sicherheit bei den Siebenmetern

Während Weber über viele Jahre hinweg auch fester Siebenmeter-Schütze des SCM war, wollte es bei den Strafwürfen für die Grün-Roten in dieser Saison lange Zeit gar nicht laufen. Inzwischen ist Hornke als erster Schütze bestimmt worden. Was dem 29-Jährigen auch mehr Sicherheit gibt. „Weil wir viele gute Schützen sind, hätte ich nie gedacht, dass wir da so ein Problem bekommen. Das ist manchmal im Sport unerklärlich. Dass ich jetzt nach einen Fehlwurf noch mal ran darf, ist für den Kopf aber schon ganz gut.“

Weil er gegen Melsungen zwei Mal vergab, durfte zwischenzeitlich aber Daniel Pettersson ran. Dafür hat Hornke dann aber zum wichtigen 25:23 vom Punkt getroffen und damit den Grundstein für den knappen Sieg gelegt. „Zu wissen, dass man enge Spiele gewinnen kann, gibt uns als Team auch eine gewisse Sicherheit.“