Magdeburg l Alingsas in Schweden, Leipzig, heute Nasic in Kroatien. Die Handballer des SC Magdeburg sind weiter auf City-Hopper-Tour. Am Abend 20.45 Uhr, DAZN) wartet in der European Handball League der RK Nexe. „Wir können über die Niederlage in Leipzig nicht lange nachdenken und es gleich wieder besser machen“, sagt der Kroate Zeljko Musa, für den es also ins Heimatland geht.

Rotation im Innenblock

Der 34-Jährige schaute beim 29:33 in Leipzig nur zu. Weil Musas langjähriger Abwehrpartner Piotr Chrapkowski verletzt ausfiel, hatte sich Trainer Bennet Wiegert für Christian O’Sullivan und Magnus Gullerud im Innenblock entschieden, weil sich die zwei auch gut aus der norwegischen Nationalmannschaft kennen. „Ich hatte auch kurz überlegt, Zeljko und Magnus spielen zu lassen. Aber wir brauchten das sofortige Tempo nach vorn. Zeljko und Sulli sind für Dienstag natürlich auch eine Option“, erklärt Wiegert.

Die 33 Gegentore sind allerdings nicht allein mit der umgestellten Abwehr zu begründen. Insgesamt 14 Tore kassierten die Grün-Roten durch Tempogegenstöße. Zehn Konter leiteten die Magdeburger auch noch durch technische Regelfehler ein. Musa weiß: „Wenn du in der Abwehr gut arbeitest, aber die Bälle im eigenen Angriff zu schnell wieder weg sind, zermürbt das auf Dauer. So entscheiden sich dann Spiele gegen dich, weil das in der Bundesliga eiskalt bestraft wird.“

Konzentrierter zur Sache gehen

Das gegenwärtig größte Problem des SCM liegt allerdings im Abschluss. In Leipzig zählte die Statistik 18 Fehlwürfe, in Alingsas waren es sogar 27. Dass es besser geht, zeigten die Magdeburger zuvor gegen ZSKA Moskau, als 37 von 51 Versuchen im gegnerischen Tor landeten. Musa: „Wir lassen vorne einfach zuviel liegen. Da müssen wir wieder viel konzentrierter zur Sache gehen.“

Im rund 250 Kilometer östlich von Zagreb gelegenen Nasice wird der Kreisläufer heute ganz bestimmt auch wieder selbst Gelegenheit dazu haben. Musa: „Ich fühle mich gut, muss aber nicht 60 Minuten spielen. Bei drei Spielen in einer Woche ist es gut, wenn wir rotieren können.“

Musa warnt vor Nexe

Denn Nexe wird dem SCM nichts schenken. Musa: „Der Verein ist inzwischen eine echte Konkurrenz für Zagreb. Sie funktionieren als Mannschaft gut, haben eine gute Torwartleistung und starke Kreisläufer. Das 18:29 in Moskau hat mich überrascht. Aber da haben auch einige Spieler gefehlt.“

Ausgeruhter als der SCM dürften Musas Landsleute auf jeden Fall sein. Denn die kroatische Liga ruht aufgrund der Corona-Pandemie. Wiegert: „Nexe spielt aktuell nur im internationalen Wettbewerb. Und dass sie in der Qualirunde Bidasoa Irun aus Spanien rausgeworfen haben, ist ein echtes Achtungszeichen.“

Weniger Reisestrapazen

Ein Achtungszeichen würde auch dem SCM mal wieder guttun. Wiegert: „Die Niederlagen ärgern uns mächtig, weil wir alle im Verein und im Umfeld andere Ansprüche haben. Dass wir es momentan nicht hinbekommen, werten wir natürlich gründlich aus. Denn unterm Strich ist Handball ein Ergebnissport. Wir dürfen jetzt aber auch nicht die Köpfe noch mehr hängen lassen.“

Vielleicht hilft dieses Mal auch die bequemere Reisevariante. Statt mit dem Bus wie letzte Woche nach Schweden hat der SCM einen Flieger gechartert und düst erst heute Vormittag von Leipzig aus los.