Magdeburg l Am Mittwochmittgag kehrten die Handballer des SC Magdeburg gut gelaunt aus Istanbul zurück. Mit einem 41:23-Sieg bei Besiktas im Gepäck darf die Mannschaft bis zum Freitag ausspannen. Neben den zwei Punkten begleitet die Grün-Roten zum Auftakt der Gruppenphase in der European Handball League aber auch viel Ungewissheit. Am nächsten Dienstag steht mit dem Heimspiel gegen Montpellier eigentlich die attraktivste Partie in der Gruppe an. Doch die Franzosen, vor zwei Jahren immerhin noch Champions-League-Sieger, mussten ihren Euro-Auftakt in Moskau aufgrund von Corona-Fällen im Team verschieben. Somit steht auch hinter dem Spiel in Magdeburg ein Fragezeichen.

Hoffen auf Montpellier

„Wir gehen aber weiterhin fest davon aus, dass das Spiel stattfindet. Und dafür laufen bei uns auch die Vorbereitungen auf Hochtouren“, erklärt SCM-Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt. Und die Vorbereitungen sind nicht ohne. Die EHF verlangt für die Spiele im internationalen Wettbewerb einen umfangreichen Rahmen. Unter anderem muss nach dem Bundesligaspiel am Sonntag gegen Stuttgart in kurzer Zeit auch ein neuer Hallenboden gestaltet werden. Schmedt: „Was unsere Mitarbeiter hinter den Kulissen da wieder alles leisten, ist phänomenal.“ Seit gestern ist online auch bereits der Ticketverkauf geschaltet. Stand heute sind bis zu 2000 Zuschauer in der Getec-Arena genehmigt.

Am Sonntag gegen Stuttgart

Für Trainer Bennet Wiegert und Co. steht aber zunächst einmal die Partie gegen Stuttgart im Fokus. Wiegert: „Die Stuttgarter haben sich gegenüber der vergangenen Saison ordentlich verstärkt. Vor allem im Tor sind sie nicht mehr allein von Jogi Bitter abhängig, sondern haben mit Primož Prošt einen weiteren starken Torwart, der ihnen auch schon Punkte gerettet hat.“

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Corona-Tests vor dem Training

Bevor am Freitagnachmittag die direkte Vorbereitung auf das Bundesligaspiel beginnt, finden am Vormittag noch die von der HBL vorgeschriebenen Corona-Tests statt. Die sind nach der Flugreise auch besonders wichtig. Wiegert: „Wir können nicht wie teilweise im Fußball eine Blase bilden und mit einem Charter reisen, sondern waren mit einer normalen Linienmaschine von Istanbul nach Berlin-Tegel unterwegs.“

Heißt: Die Mannschaft hat zwar in Istanbul selbst keinen Kontakt zu Dritten gehabt, ist direkt mit dem Bus vom Flughafen zum Hotel, von dort zum Spiel, zum Hotel und gestern früh dann wieder zum Flughafen gefahren. Aber im Flughafen selbst und vor allem im Flieger war es schwer möglich, sich komplett zu isolieren.

Durch solche Reiseschwierigkeiten und möglicherweise sogar künftige Landesbeschränkungen steht der europäische Club-Wettbewerb auf wackeligen Füßen. Wiegert: „Komplett ausblenden können wir bestimmte Tendenzen leider nicht.“