Hannover 26 (13) SCM31 (16)

Tore TSV Hannover-Burgdorf: Kastening 8/1, K. Häfner 4, Olsen 4, Feise 3, Ugalde 3, Pevnov 2, Böhm 1, Cehte 1

SC Magdeburg: Musche 10/4, O‘Sullivan 5, Pettersson 5, Christiansen 3, Musa 2, Bezjak 2, Chrapkowski 2, Plaza Jiménez 2

Schiedsrichter: Martin Thöne (Berlin)/Marijo Zupanovic (Berlin)

Zuschauer: 4150

Zeistrafen: 2 – 1

Siebenmeter: 1/3 – 4/5

Hannover l Als das Duell auf dem Spielfeld lange schon vorbei war, gab es doch noch eine weitere Siegerin. Ein kleines Mädchen hatte sich nach dem 31:26 (16:13)-Sieg des SC Magdeburg bei der TSV Hannover-Burgdorf als Matthias-Musche-Fan zu erkennen gegeben. Und beim Blick auf ihr selbstgebasteltes Plakat konnte der Magdeburger Nationalspieler einfach nicht nein sagen. Er zog im ziemlich zugigen Kabinentrakt kurzerhand sein Trikot aus, verschenkte es an seinen Fan.

Die Handballer des SCM hatten also in gewisser Weise ihr letztes Hemd gegeben. Was für die Partie zuvor in weiten Teilen ebenso zutraf. Das Auswärtsspiel bei den „Recken“ sollte schließlich der Wendepunkt sein, der den SCM nach drei Niederlagen in Folge wieder in die Spur bringt. „Deshalb war dieser Sieg unheimlich wichtig“, betonte Zeljko Musa, „und das Beste ist, dass wir als Mannschaft ausgeglichen aufgetreten sind und alle zusammen eine Einheit waren.“

Musche ist bester Werfer

Tatsächlich gab es acht Torschützen auf Seiten der Magdeburger, wobei Matthias Musche als bester Werfer mit zehn Treffern – vier davon per Siebenmeter – noch einmal herausragte. „Diese Ausgeglichenheit zeigt, dass alle Akteure, die auf dem Feld standen, ins Spiel involviert waren“, meinte SCM-Trainer Bennet Wiegert, „und das ist viel- und erfolgsversprechend.“

Etwas überraschend allerdings saß Michael Damgaard – abgesehen von einer kurzen Einwechslung – durchgehend auf der Bank. „Das hatte taktische Gründe, er ist nicht verletzt“, erklärte Wiegert, „und nach der ersten Hälfte hatte ich dann das Gefühl, dass die Spieler auf dem Feld voll drin sind.“

Pendel schlägt für SCM um

Während in der ersten Halbzeit die Führung zwischen den beiden Mannschaften hin- und herwechselte, nutzte der SCM die erste Schlussphase besser aus. Ab dem 12:12 (26. Minute) ließen die Magdeburger einen 3:0-Lauf folgen. Daniel Pettersson, der bei einem Konter per Foul von Evgeni Pevnov gestoppt wurde, holte zudem eine Zeitstrafe heraus. „Da ist das Pendel für uns umgeschlagen. Wir konnten übers Tempospiel einfache Tore erzielen und mit Ballbesitz und in Überzahl in die zweite Halbzeit gehen“, analysierte  Wiegert.

Seine Vorgabe, dieses Momentum zu nutzen, setzten die Grün-Roten in der Folge  konsequent um. Drei Tore in Serie zum 19:13 (33.) zwangen den Hannoveraner Trainer Carlos Ortega schnell zur Auszeit: „Das war ein katastrophaler Start in Hälfte zwei von uns“, monierte er danach, „Magdeburg hatte ab da alles unter Kontrolle.“ Auch wenn Wiegert anmerkte, dass der SCM „eine kleine Flamme am Leben gehalten hat“, indem man sich eben nicht deutlicher vom Gegner abgesetzt hat, war die Partie entschieden.

Sieg fürs SCM-Selbstvertrauen

„Das ist vielleicht noch der letzte Unterschied zu einer wirklichen Spitzenmannschaft“, sagte Wiegert, „dass  der Sieg noch deutlicher ausgefallen wäre.“

Dennoch: Es war ein wichtiger Sieg fürs Selbstvertrauen und für die Zukunft. „Wir haben wieder Tore im Tempospiel erzielt, das ist uns in den letzten Spielen nicht gelungen“, freute sich Musa, „das ist ein Fingerzeig für die restlichen fünf Partien.“ Und Marko Bezjak berichtete erleichtert: „Wir können immer noch gut spielen und gewinnen. Und wir können immer noch den dritten Platz erreichen.“

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