Magdeburg l Zum Ende seiner SCM-Zeit ist Mads Christiansen noch mal richtig gefragt. Weil Albin Lagergren am rechten Fuß operiert werden musste, kommt auf den Dänen viel Einsatzzeit im rechten Rückraum zu. Leider ist dabei auch die große Frage, ob sein linker Ellbogen diese Belastung aushält. Beim verlorenen Pokalfinale gegen Kiel (24:28) merkte man Christiansen deutlich an, dass er neben der fehlenden Spielpraxis auch angeschlagen ist. „Dass wir jetzt gut zwei Wochen Pause hatten, kam mir sehr entgegen. So konnte ich den Ellbogen ausgiebig behandeln lassen. Und deshalb bin ich guter Dinge für das Spiel in Erlangen“, erklärt Christiansen, dem eine Entzündung in der Kapsel zu schaffen macht.

Christiansen wird gebraucht

Um das in Ruhe auskurieren zu können, fehlt aber die Zeit. Denn Christiansen wird gebraucht. Nachdem Kiel bei den Füchsen und die Rhein-Neckar Löwen in Hannover am Donnerstag ihre Auswärtsspiele gewannen, sind am Ostersonntag in Erlangen (13.30 Uhr, Sky) auch für den SCM zwei Punkte Pflicht. Christiansen: „Ich bin jetzt die dritte Saison hier. Nach Rang fünf und vier wäre es sehr schön, wenn ich mich jetzt auf Rang drei verabschieden könnte. Noch schöner wäre natürlich Rang zwei. Aber da sind wir von anderen abhängig.“

Mit Erlangen haben die Magdeburger aus dem Vorjahr auch noch eine Rechnung offen. Da verlor der SCM nämlich mit 29:31. „Eine ganz unbequeme Mannschaft mit einer sehr offensiven Abwehr. Das wird eine schwere Aufgabe. Aber wenn wir die lösen und dann auch zu Hause gegen die Löwen und danach in Hannover punkten, sieht es richtig gut aus“, erklärt Christiansen, der nächste Saison in Dänemark bei Aalborg spielt. Christiansen: „Wir bauen in der Nähe von Aarhus ein Häuschen und freuen uns natürlich auf die Heimat. Vermissen werde ich aber auf jeden Fall die vollen Hallen in der Bundesliga und die ganz spezielle Stimmung in Magdeburg. Schon früher wurde in der dänischen Nationalmannschaft darüber oft gesprochen. Die Jungs aus Flensburg und Kiel hatten immer Bammel, wenn sie zum SCM mussten. Und in meinen drei Jahren hier haben wir in der Bundesliga gegen diese beiden Teams nie verloren. Darauf kann man stolz sein.“

Ungewohnte Situation beim SCM

Dass er als Olympiasieger und Europameister beim SCM zu Saisonbeginn oft nur zuschauen musste, war für ihn schon ziemlich ungewohnt. Christiansen: „Wenn man sich mit dem Team warm macht und gleich von Beginn an spielt, ist das immer anders als von der Bank zu kommen. Allein schon mental. Wenn du von der Bank kommst, musst du sofort was zeigen, damit sich der Wechsel auch lohnt. Das kannte ich ja in meiner Karriere bisher kaum, weil ich immer viele Spielzeiten hatte.“

In Kiel kam beim 117-fachen Nationalspieler auch noch die Verletzung hinzu. Christiansen: „Als ich ins Spiel kam, hätte ich in einigen Situationen gerne auch geworfen. Das ist normalerweise der Anspruch, den ich an mich selbst habe. Aber das ging mit meinem Ellbogen nicht so richtig. Die Pause hat jetzt aber ganz gut getan. Denn ich will im SCM-Trikot in den letzten acht Spielen noch mal richtig was zeigen.“

Wenn er im Sommer die Taschen packt, nimmt der 32-Jährige natürlich nicht nur Handball-Erinnerungen mit in die Heimat. Christiansen: „Als Familie haben wir uns hier immer wohl gefühlt. Der Elbauenpark ist gerade für Kinder wunderschön. Wenn es die Zeit erlaubt, werden wir immer mal wieder Magdeburg besuchen.“ Allein schon, um in Übung mit Deutsch zu bleiben. Christiansen: „Unsere Tochter Alberte geht in die 1. Klasse, spricht Deutsch und Dänisch. Unser dreijähriger Sohn August versteht zumindest Deutsch ganz gut. Deshalb haben wir schon überlegt, ob wir in Dänemark dann unter uns zu Hause Deutsch sprechen.“

Ein Sieg in Erlangen würde das Osterfest perfekt machen. Schon am Gründonnerstag hatte der SCM auflagenfrei die Lizenz für die nächste Saison bekommen. Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt: „Das bestätigt unsere Arbeit und Entwicklung.“

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