Magdeburg l Es sah eigentlich total harmlos aus. Kurz vor der Pause setzte sich Moritz Preuss beim 35:22-Testspielsieg des SC Magdeburg gegen den ThSV Eisenach am gegnerischen Kreis schön durch, blieb dann aber auf dem Hallenboden liegen. Er hatte sich nach dem Sprung beim Landen unglücklich das linke Knie verdreht. Sogar Trainer Bennet Wiegert eilte vom Spielfeldrand zu seinem Kreisläufer. „Als er liegen blieb, wusste ich sofort, dass das nicht nur eine Prellung ist“, erklärte Wiegert später.

Kreuzbandriss im letzten Jahr

Gestützt von Teamkollegen verließ Preuss dann die Platte und schaute sich das restliche Spiel von draußen an. Die aufmunternden Worte waren für ihn aber nur ein schwacher Trost. Denn der 25-Jährige hatte etwas in seinem Knie gespürt, was ihn an die Vorbereitung zur letzten Saison erinnerte. Ende Juli 2019 hatte sich Preuss ebenfalls am linken Knie verletzt. Die Diagnose lautete damals Kreuzbandriss. Weil das Kreuzband aber nur angerissen war und das 1,94 Meter große Kraftpaket über eine gute Muskulatur verfügt, wurde auf eine Operation verzichtet. Mit sensomotorischem Training und Übungen wie dem Stehen auf einem Wackelbrett, wurde das Knie von Preuss stabilisiert. So gut, dass er bereits Mitte Oktober sein Comeback feiern konnte.

Wie lange er jetzt ausfallen wird, ist noch ungewiss. Direkt nach dem Testspiel wurde Preuss zu einer ersten Untersuchung in die Uniklinik gefahren. Gestern folgte dann die obligatorische MRT-Untersuchung, um Gewissheit zu bekommen. Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt: „Eine Diagnose steht noch aus, weil erst einmal die Bilder genau ausgewertet werden.“

Bilder

Operation wäre sehr bitter

Bei den Grün-Roten hoffen jetzt natürlich alle, dass das Kreuzband nicht erneut gerissen ist. Dann würde Preuss um eine Operation wahrscheinlich nicht herumkommen und mehrere Monate ausfallen. Wiegert: „Das wäre richtig bitter. Denn er war gut drauf.“

Der Blick auf das Foto mit der Szene, wo sich Preuss das Knie verdrehte, lässt allerdings das Schlimmste befürchten. Über die ordentliche Leistung beim Testspiel wollte der Coach deshalb gar nicht mehr groß reden. Wiegert: „Wir haben es in der ersten Halbzeit sicherlich ganz ordentlich gemacht und konnten einige Dinge ausprobieren. Aber die Verletzung von Moritz war dann schon ein ordentlicher Schock für alle. Da haben wir das nach der Pause eher verwaltet.“

Beim Gang in die Kabine führten die Grün-Roten 19:9. Christian O‘Sullivan: „Das war sehr ordentlich von uns. Da haben viele Dinge gut geklappt.“ Auch Christoph Steinert war zufrieden. „Wir haben die Tore ganz gut herausgespielt. Nur die kleine Schwächeperiode nach der Pause darf nicht passieren“, analysierte der Rückraumspieler. Gemeint ist ein 0:4-Lauf vom 25:11 zum 25:15. Am Ende aber siegten die Grün-Roten trotzdem ganz klar.

Mit 500 Fans gegen Ludwigshafen

Morgen steht gegen Ludwigshafen der nächste Test an. Während gegen Eisenach keine Fans in die Halle durften, sind nun 500 Fans dabei. Rund 400 Tickets gingen an Dauerkarteninhaber und Sponsoren. Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt: „Rund 100 Tickets waren im freien Verkauf. Ein guter Testlauf beim Umsetzen der Hygienebestimmungen.“