SCM-Profis in kurzweiliger Talkrunde erleben

Der „Talk am Tresen“ geht in die nächste Runde. Zu Gast sind am kommenden Dienstag die beiden Magdeburger Handball-Profis Jannick Green und Moritz Preuss.

Der eine steht als Torhüter wie eine Wand, der andere durchbricht als Kreisläufer Mauern. Wie sie abseits des Spielfeldes ticken, wollen wir wissen – am 3.  Dezember beim „Talk am Tresen“ in der Xampanyeria, Breiter Weg 226 in Magdeburg. Exklusiv und hautnah lernen Publikum und Gastgeber die Sportler kennen. Es ist ein Kennenlernabend der besonderen Art, authentisch, tiefgründig, kurzweilig. Einlass ist ab 18 Uhr, Beginn der Talkrunde um 19 Uhr.

Für die Talkrunde gibt es noch Karten beim Servicecenter und an der Abendkasse.

Magdeburg l Am frühen Morgen um 5.30 Uhr kehrten die Handballer des SC Magdeburg am Freitag von ihrem Auswärtsspiel in Ludwigshafen zurück. Trainer Bennet Wiegert, der im Bus kaum geschlafen hatte und nur eine Stunde später mit seinen Töchtern schon wieder auf dem Weg zur Schule und Kita war, merkte man seine Unzufriedenheit an. Und die rührte nicht vom Schlafmangel.

Beim knappen 20:17 (9:10)-Sieg über die Eulen hätte der SCM fast zwei Punkte liegengelassen. Und das, obwohl die Mannschaft wusste, was auf sie zukommt. „Ludwigshafen kämpft ums Überleben, die haben all ihre Qualität ins Spiel reingeworfen“, sagt Wiegert, „und ich dachte, dass ich meine Mannschaft optimal darauf vorbereitet habe.“ Nach zehn Minuten schlich sich dann aber das Gefühl ein, „dass das nicht der Fall war“. Der SCM rannte die gesamte erste Halbzeit hinweg hinterher, erst ab der 50. Minute ging ein merklicher Ruck durchs Team, der zum Sieg führte. „Aber da steht uns das Wasser schon bis zum Hals. Das ist mir einfach zu spät“, ärgert sich der Trainer.

SCM bekommt nur 17 Gegentore

Für ihn keine einfache Situation. Einerseits ist da natürlich die Unzufriedenheit. Andererseits: „Emotionen runterfahren, analysieren“, sagt Wiegert. Denn der Blick fällt eben auch auf die nur 17 Gegentore, die der SCM kassiert hat. Insofern bemerkenswert, weil mit Abwehrchef Zeljko Musa ein ganz wichtiger Baustein im Mittelblock gefehlt hat. Musa hat sich einen Innenbandanriss im linken Knie zugezogen, fällt zwischen vier bis sechs Wochen aus.

In dieser Zeit muss Wiegert also improvisieren. Und das klappte nicht optimal am Donnerstag. Erst sollten Christian O’Sullivan und Piotr Chrapkowski den Mittelblock in der 6:0-Abwehr stellen. „Das hat nicht so gut harmoniert, da sind einige Abstimmungsfehler passiert“, erklärt der Trainer.

Schmidt rückt in Mittelblock

Ab der 13. Minute spielte dann Erik Schmidt mit Chrapkowski zusammen. „Mit Erik hatten wir dann auch die Größe im Mittelblock. Die beiden haben das gut gemacht, sind nicht so weit rausgegangen, standen kompakt. Dadurch konnten sie auch Jannick Green im Tor helfen“, analysiert Wiegert. Das eine bedingt das andere und so stehen letztlich 14 Paraden bei Green in der Statistik, eine Fangquote von 45 Prozent.

Nur was ist die gute Bilanz von nur 17 Gegentoren wirklich wert? Am nächsten Spieltag wartet mit Meister Flensburg eine ganz andere Hausnummer auf die Defensive der Magdeburger. „Das wird eine komplett andere Partie, allein von der Qualität her, die Flensburg mitbringt“, ist sich Wiegert sicher.

Ausstrahlung fehlt noch

Eine optimistisch stimmende Generalprobe für das Spitzenspiel ist der erste Testlauf gegen die Eulen für Wiegert deshalb auch nicht gewesen: „Grundsätzlich fehlt uns Zeljko und er würde jeder anderen Mannschaft auch fehlen. Allein durch seine Mentalität und Aura, die er aufs Spielfeld bringt.“

Es ist ein Kritikpunkt, den der Coach seinem neuformierten Mittelblock ankreidet. „Ich hätte mir etwas mehr Ausstrahlung gewünscht.“ Allerdings: Auch Schmidt kehrte erst nach zweieinhalb Wochen Verletzungspause, in der er sich unter anderem mit Rückenbeschwerden geplagt hatte, aufs Spielfeld zurück. „Für ihn war das gut, um reinzukommen. Das gibt auch Sicherheit“, meint Wiegert.

Chancenverwertung bleibt Manko

Stichwort Sicherheit: Die sucht der SCM aktuell auch im Angriff – denn da hat der Verein mit 20 Toren „einen neuen Negativ-Wert aufgestellt“, sagt der Trainer. „Allein durch unser Tempospiel müssen wir weit über 20 Treffer erzielen.“ Und Wiegert kommt dabei auch nicht um die wieder einmal verheerende Siebenmeter-Quote herum. Lediglich fünf von zehn Strafwürfen konnten seine Schützen verwerten. „Das kann nur über die Psyche gelöst werden. Wir haben hervorragende Schützen und dieses Vertrauen müssen sie zurückgewinnen“, sagt der Trainer. Bestenfalls schon am kommenden Donnerstag. Gegen den Meister.

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