Wetzlar/Magdeburg l Nach zwei Niederlagen in Folge waren die Handballer des SC Magdeburg am Donnerstag in Wetzlar besonders motiviert. Ein Erfolg bei der HSG sollte nämlich auch den entsprechenden Rückenwind für das anstehende Pokal-Achtelfinale in Berlin bringen. Doch daraus wurde nichts. Die Mannschaft von Bennet Wiegert kommt nicht zurück in die Erfolgsspur und verlor auch in Wetzlar denkbar knapp mit 28:29 (13:15).

Der SCM tat sich von Beginn an äußerst schwer. Einen schnellen 0:2-Rückstand drehten Matthias Musche und Albin Lagergren zwar zur 3:2-Führung (5. Minute). Doch die Gastgeber, angeführt vom starken Stefan Cavor im rechten Rückraum und dem 21-jährigen Till Klimpke im Tor, erspielten sich einen Vier-Tore-Vorsprung (7:3/9.). SCM-Trainer Bennet Wiegert war sichtlich bedient, seine Ansprache in der Auszeit fiel deutlich aus: "Kämpfen wir hier um jeden Ball oder ist das nur Alibi? Wir müssen jetzt damit anfangen, wir haben nicht ewig Zeit", schwor der Trainer seine Mannschaft ein.

Und der SCM kämpfte sich wieder heran, auch weil Tobias Thulin nach 15 Minuten den bis dahin glücklosen Jannick Green ersetzte und mit seinen Paraden die Magdeburger im Spiel hielt. Michael Damgaard stellte beim 12:13 (25.) den Anschlusstreffer her. Doch der Ausgleich blieb dem SCM verwehrt. Maximilian Holst per Siebenmeter und Filip Mirkulovski erhöhten auf 15:12 (28.). Vor der Pause kamen die Magdeburger mit einem Treffer von Daniel Pettersson wieder heran (13:15), aber Tim Hornke vergab danach bei einem Siebenmeter die Chance, der HSG noch weiter auf die Pelle zu rücken.

SCM liegt immer zurück

Den besseren Start in die zweite Halbzeit erwischte erneut das Team von Kai Wandschneider. Cavor erhöhte prompt auf 16:13. Spielerisch war vom SCM besonders im Angriff wenig zu sehen, das Team lebte von Siebenmetern. Gleich vier verwandelte Matthias Musche, der nach 46. Minuten so zum 23:25 traf. Zehn Minuten vor Spielende lag die HSG weiterhin mit drei Toren vorn (27:24) - aber der SCM gab nicht auf. Nachdem Musche zwischenzeitlich vom Siebenmeterpunkt an Klimpke gescheitert war, netzte er beim 25:27 wieder souverän ein. "Wir starten jetzt einen 5:0-Lauf", gab Wiegert seiner Mannschaft sechs Minuten vor Abpfiff mit auf den Weg. Und Pettersson sowie Musche hörten aufs Wort. Auf einmal lag Wetzlar nur noch mit 28:27 vorn.

Die Schlussphase war Dramatik pur. Damgaard hatte den SCM auf 28:29 herangebracht, Jannick Green hielt mit zwei Siebenmeter-Paraden gegen Holst den SCM in der Spur. War hier zumindest noch das Unentschieden drin? Als noch 24 Sekunden auf der Uhr waren, hatten die Magdeburger noch fünf Pässe übrig. Damgaard wurde in Position gebracht. Doch dann war es Klimpke, der mit seiner Parade den Sieg festhielt. "Einen Punkt mitzunehmen, wäre letztlich auch unverdient gewesen", sagte ein sichtlich enttäuschter Bennet Wiegert nach Abpfiff.

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