Magdeburg l Die erste Hiobsbotschaft für den SC Magdeburg gab es am Abend bereits vor Anpfiff des Ost-Derbys gegen Leipzig. „Nein, Zeljko Musa kann nicht spielen“, stellte Co-Trainer Yves Grafenhorst da nämlich klar. Der Kroate hatte sich im Spiel gegen die Füchse an der Leiste verletzt, wurde nicht rechtzeitig fit. „Wir haben das System etwas angepasst. Erik Schmidt und Moritz Preuss sind jetzt gefordert“, sagte Grafenhorst. Und die beiden trugen dazu bei, dass die Hiobsbotschaft keine Konsequenzen nach sich zog. Also: Keine negativen.

Der SCM sicherte sich mit dem 28:26 (15:9) gegen SC DHfK Leipzig nämlich den ersten Liga-Sieg im Jahr 2020. Nach der bitteren Niederlage gegen die Füchse Berlin (24:25), nach der die Köpfe der Mannschaft erst einmal nach unten gingen, war der Erfolg die erwünschte und auch notwendige Reaktion, wollte man die internationalen Startplätze noch nicht gänzlich abschreiben.

Der SCM startete dementsprechend motiviert, führte schnell mit 4:1 (8. Minute), auch weil Tim Hornke zu diesem Zeitpunkt schon zwei Siebenmeter verwandelt hatte. Die Leipziger taten sich im Angriff dagegen schwer, der SCM hatte Philipp Weber gut im Griff. Nach 50 Minuten hatte der Nationalspieler erst ein Tor auf dem Konto. Doch Zweiminutenstrafen gegen Filip Kuzmanovski und Schmidt, der Luca Witzke äußerst unglücklich im Gesicht traf, brachten DHfK wieder ran.

Torhüter Joel Birlehm knöpfte vor allem Michael Damgaard einige Würfe ab, leitete dann direkt das Konterspiel ein. Beim 6:7 (16.) durch Patrick Wiesmach hatte das Team von André Haber den Ausgleich auf der Hand. Der SCM behielt in der ersten hektischen Phase aber die Nerven. Lukas Mertens schraubte beim 12:8 (24.) die Führung wieder hoch. Der Linksaußen stand im Start-Aufgebot von Bennet Wiegert, Matthias Musche nahm auf der Bank Platz.

Mertens war es auch, der mit dem Halbzeitpfiff zum 15:9 traf. Sechs Tore in Front – das war nach dem Spiel des SCM gegen Hannover-Burgdorf allerdings noch keine Garantie dafür, dass die Fans am Ende auch jubeln durften. Gestern aber durften sie es.

Obwohl es der SCM noch einmal unnötig spannend machte. In der zweiten hektischen Phase. Nach einem 18:11 ließen sie Leipzig auf 18:16 (40.) rankommen – Wiegert reagierte mit einer Auszeit. Auf einmal traf der bis dahin souveräne Hornke nicht mehr, Mertens setzte einen Konter gegen den Pfosten. Und Leipzig witterte natürlich die große Chance. Erst wendete der SCM das zwar ab, zog wieder auf 23:19 (51.) weg. Aber beim 24:24 (56.) durch Binder war sie auf einmal wieder da, die Angst hier noch komplett leer auszugehen. Zum Glück behielt Hornke vom Siebenmeterpunkt die Nerven – ein Zittersieg eben.