Kiel/Magdeburg l Am Ende wussten die Magdeburger nicht so richtig, ob sie sich über das 24:24 beim THW-Kiel nun freuen oder ärgern sollten. Schließlich waren die Grün-Roten lange Zeit auf der Siegerstraße und führten zur Pause (14:11) und bis 13 Minuten vor Schluss sogar mit drei Toren. Aber am Ende konnten die Gäste auch froh sein, dass die Kieler das Spiel nicht komplett gedreht haben.

SCM lag lange in Führung

Nachdem Kiel durch Niclas Ekberg per Siebenmeter vier Minuten vor Ende erstmals seit der 15. Minute wieder in Führung ging, glich Omar Ingi Magnusson mit gewohnter Nervenstärke ebenfalls per Strafwurf zum 24:24 aus. Noch drei Minuten waren zu spielen. Und als der starke Jannick Green im SCM-Tor einen Wurf von Steffen Weinhold parierte, war der SCM knapp zwei Minuten vor Schluss in Ballbesitz, vertändelte die Kugel aber. Für Kiel die Chance, nach zweiwöchiger Quarantäne doch noch mit einem Sieg in die Bundesliga zurückzukehren. „Wir gehen volles Risiko“, sagte THW-Trainer Filip Jicha eine halbe Minute vor Ende in der Auszeit und nahm dann auch Niklas Landin aus dem Tor.

Strittige Entscheidung in der Schlusssekunde

Doch der SCM verteidigte gut und Green konnte den letzten Wurf parieren. Allerdings prallte dabei der Ball ins Feld zurück und Green rutschte bei seiner Rettungstat aus dem Sechs-Meter-Raum, berührte dabei Kiels Magnus Landin, der auch noch von Daniel Pettersson geblockt wurde und zu Fall kam. Die Kieler forderten Siebenmeter. Jicha sauer: „Wofür haben wir denn die 30-Sekunden-Regel?“ Doch das Berliner Schiri-Duo Martin Thöne und Mario Zupanovic entschied lediglich auf Freiwurf, der vom SCM geblockt wurde.

Siebenmeter wäre bitter gewesen

Natürlich hatte sich auch Bennet Wiegert die Szene noch einmal angeschaut. „Ich hätte nicht gewusst, wie ich da entscheide. Für die Schiedsrichter war es nicht deutlich genug“, war der SCM-Coach froh über das Fingerspitzengefühl des Schiri-Duos: „Es hätte nicht gepasst, dieses Spiel möglicherweise durch einen Siebenmeter zu entscheiden. Meine Jungs haben so viel investiert und hätten es nicht verdient, mit leeren Händen dazustehen.“

Pettersson bester SCM-Werfer

In der 17. Minute ging der SCM durch Pettersson, der am Ende mit acht Toren bester Werfer seines Teams war, beim 8:7 erstmals in Führung und baute die bis zur Pause sogar auf drei Tore aus. Wichtig war dabei auch, dass Green bis dahin das Torwartduell gegen seinen Landsmann gewann und schon sieben Paraden auf dem Konto hatte. Am Ende waren es elf und Landin hatte nur eine mehr.

SCM gingen am Ende die Kräfte aus

Obwohl die Kieler eine quarantänebedingte Trainingspause beklagten, hatten sie dafür aber zum Ende des Spiels mehr zuzusetzen. Dem SCM gingen dagegen die Kräfte aus. Gisli Kristjansson hatte einen Schlag auf den Kopf bekommen und musste nach 45 Minuten runter. Und neun Minuten vor Schluss sah Piotr Chrapkowski nach einer Aktion gegen Domagoj Duvnjak die Rote Karte. Unter dem Strich ist das 24:24 für den SCM also auch ein Punkt für die Moral.