Es mussten erst 23 Pflichtspiele ins Land gehen und ein Kind, sprich die Saison in der Handball-Bundesliga, in den Brunnen fallen, bis der SCM die Reißleine gezogen hat. Das möglicherweise gerade noch zur rechten Zeit, dafür aber mit dem im Profigeschäft probaten Mittel: Der Trainer muss weg!

Gewiss hat Manager Marc Schmedt recht damit, dass zu allererst der in der Verantwortung steht, dessen Handschrift die Mannschaft trägt. Und das war Geir Sveinsson. Zweifellos. Das befreit aber nicht jenen von der Mitschuld an der Misere, der die Geschäfte führt und als letzte Instanz seine Unterschrift unter Verträge setzt. Und das ist Schmedt.

Mit einer nur allzu vorschnellen Vertragsverlängerung hat der ehemalige Banker zum zweiten Mal in Folge einen kapitalen Fehler gemacht. Die "schlappe Million" Gehalt, die als Doppelbelastung ins Kontor schlägt, stünde dem Kader sicher viel besser zu Gesicht als den Konten der im Misserfolg gefeuerten Trainer Frank Carstens und Geir Sveinsson.