Fußball

A-Junioren des 1. FC Magdeburg gegen Chemie Leipzig ohne jede Chance

Die A-Junioren des 1. FC Magdeburg unterlagen den Regionalliga-Herren der BSG Chemie Leipzig am Sonnabend im Testspiel deutlich mit 0:4 - und sorgten damit bei Trainer Petrik Sander für Ärger. Die Bundesliga-Saison wurde derweil für beendet erklärt.

Von Kevin Gehring
Paul Minkmar (r.) und die A-Junioren des FCM bekamen von Alexander Bury und den Leipziger Regionalliga-Herren eine Lehrstunde. Foto: Popova

Magdeburg. Petrik Sander konnte am Sonnabend nicht zufrieden sein. Nicht allein wegen des Ergebnisses, das für seine U-19-Fußballer des 1. FC Magdeburg eine klare 0:4 (0:2)-Pleite gegen die Regionalliga-Herren der BSG Chemie Leipzig zeigte. Viel mehr ging es ihm um die Art, wie dieses klare Resultat im Testspiel zustande kam.

Die Entwicklung Richtung Herrenbereich, die der 60-Jährige von seiner Mannschaft stets fordert, bekam er dieses Mal nämlich nicht zu sehen. Stattdessen entwickelte sich die Partie im Heinrich-Germer-Stadion schon frühzeitig in eine klare Richtung. Dass es bis zur 19. Minute dauerte, bis Manuel Wajer die „Chemiker“ in Front brachte, mussten sie sich selbst anrechnen. Zuvor vergaben Max Keßler (1., 2.) und Morgan Faßbender, der einen Elfmeter über den Kasten setzte (11.), bereits beste Gelegenheiten zur Führung.

Vor allem die Wucht in den Zweikämpfen und die kompromisslosen weiten Bälle, mit denen die Gäste agierten, setzten den Bundesliga-Junioren sichtlich zu – was wiederum Sander an der Seitenlinie ärgerte. „Vor allem von unseren älteren Spielern hätte ich mir etwas mehr positive Einflussnahme erhofft“, haderte der Coach. „Die Jungs sollten es als Chance verstehen, sich selbst ins Schaufenster zu stellen, aber das ist leider kaum gelungen.“

Worten sollen Taten folgen

Insbesondere, weil in der Woche zuvor noch individuelle Gespräche über die Zukunft der ältesten Spieler im FCM-Nachwuchs geführt wurden. „Die Jungs haben hohe Ziele“, sagt Sander, „aber dann müssen auch Taten folgen. Doch das ist leider nicht gelungen.“

Stattdessen hatten die FCM-Junioren den Leipzigern nur wenig entgegenzusetzen, folgte zur Halbstundenmarke das 0:2 nach einer Ecke fast ohne Gegenwehr – was der Coach mit einem heftigen Kopfschütteln quittierte. Auch nach dem Seitenwechsel, den das Magdeburger Trainer-Trio um Sander und seinen Assistenten Pascal Ibold und Christopher Handke wieder für zahlreiche Wechsel genutzt hatte, wurde es nicht sonderlich besser. Und spätestens als Morgan Faßbender in der 59. Minute per Kopf auf 0:3 stellte, war die Begegnung entschieden. „Leider ist dann niemand herausgestochen, der sich besonders dagegengestemmt hat“, ärgert sich Sander. „Da lautet immer auch die Frage: Was erwartest du von wem?“, fügt er an.

Derzeit drei Jahrgänge in einem Team

Immerhin sind derzeit gleich drei Jahrgänge in der Mannschaft vertreten – entsprechend unterschiedlich sind die Anforderungen. Niedriger für die älteren Jungs aus der B-Jugend, die schon fleißig in das Bundesliga-Team reinschnuppern. Höher für den derzeit noch jüngeren A-Junioren-Jahrgang, der in der neuen Saison das Gros der Mannschaft bilden soll. Am höchsten aber für den älteren A-Junioren-Jahrgang, für den im Sommer der Wechsel in den Herrenbereich ansteht – und der sicht entsprechend empfehlen soll. „Von den Jungs möchten wir sehen, dass sie vorangehen“, sagt Sander, „aber das war in diesem Spiel leider zu wenig.“ Der 0:4-Schlusspunkt durch Benjamin Luis setzte dem zusätzlich zu.

Doch bekommen die FCM-Junioren schon am Mittwoch noch eine Chance, wenn es im vermutlich vorletzten Test in dieser Kader-Konstellation gegen den ZFC Meuselwitz geht. Die Saison in der U-19-Bundesliga ist indes am Freitag endgültig für beendet erklärt worden. „Der Abbruch kam wenig überraschend“, sagt Sander. „Aber schade ist es trotzdem. Wir sind toll in die Saison gestartet, standen nicht von ungefähr auf dem fünften Platz und hätten mit unserem Team sicher eine gute Rolle einnehmen können.“ So aber bleiben derzeit statt Bundesliga-Spielen nur noch freundschaftliche Duelle.