Güsen (okr). Denkzettel für den Güsener HC: Die Handballer unterlagen am Sonnabend überraschend beim Schlusslicht der Sachsen-Anhalt-Liga der Männer, SV Friesen Frankleben, mit 29:34 (15:17). "Die Jungs haben einen schwachen Tag erwischt, der Gegner dagegen ein sehr guten", suchte GHC-Trainer Eric Steinbrecher nach den Gründen für die Niederlage.

Im Vorfeld hatte er sein Team noch gewarnt, den vermeintlichen Außenseiter nicht ins Spiel kommen zu lassen. Vielmehr wollten die Güsener dem Gegner bereits in der Anfangsphase den Zahn ziehen. Das Gegenteil trat ein.

Ehe sich die Gäste versahen, lagen sie mit 1:5 in Rückstand. Vor allem den Frankleber Torschützen vom Dienst, Steffen Holzapfel (am Ende mit 14 Toren der überragenden Mann), bekamen sie nicht in den Griff. "Er hat gute Anspiele an den Kreis erhalten und diese eiskalt verwertet", gestand Steinbrecher ein. Und damit war das Hauptmanko der Güsener an diesem Tag schnell ausgemacht – die Abwehr. Sie packte längst nicht so aggressiv zu wie zuletzt gegen den BSV 93 Magdeburg. Zudem trafen die Gastgeber aus allen Lagen, selbst scheinbar unmögliche Hüftwürfe landeten im Netz. Dadurch lief der GHC ständig einem Rückstand hinterher (4:8, 6:10). Erst beim 10:11 waren die Gäste erstmals auf Tuchfühlung, konnten jedoch den Spieß nicht umdrehen. Zur Halbzeitpause war beim Stand von 15:17 aber noch alles offen.

"Ich habe versucht, die Jungs in der Kabine zu ermuntern, aggressiver zu Werke zu gehen", sagte der GHC-Coach. Aber irgendwie wollte an diesem Tag nichts klappen. Denn auch im Angriff lief nicht viel zusammen, warfen die Güsener den gegnerischen Schlussmann mehr und mehr berühmt. Hinzu kam, dass sich die Ausfälle von Carsten Beyer und Jörg Salomon bemerkbar machten. Dadurch war der GHC, bei dem Kevin Haßbargen (mit zehn Treffern) und Chris Hoffmann (sieben Tore) wahrlich kein schlechtes Spiel ablieferten, vorne zu sehr ausrechenbar.

Beim 20:21 aus Gästesicht waren die Güsener letztmalig dran (40.). Der bis dato punktlose Tabellenletzte ließ sich aber nicht beirren. Ausgehend von einem überragenden Holzapfel zog Frankleben über die Zwischenstände 24:21, 28:24 und 33:27 auf vier bis sechs Treffer davon. Der Rest war Ergebniskosmetik.

"34 Gegentore sind einfach zu viel. Das Spiel haben wir in der Abwehr verloren. Wir müssen die Partie jetzt ganz schnell abhaken und am kommenden Sonnabend gegen Jessen wieder zu unserer Form finden", sagte Steinbrecher. Er und sein Team werden verstanden haben, dass in dieser Liga nur an einem guten Tag etwas Zählbares herausspringt – auch beim Tabellenletzten.

Güsener HC: Bretschneider, T. Beyer – K. Haßbargen (10/3), Hennig (3), Teßmann (3), Hoffmann (7), Kausch, Ch. Haßbargen (1), R. Klewe (1), Geue, Steindorf (4)