Die Spiel in der Fußball-Landesklasse, Staffel II, zwischen Union Heyrothsberge und Eintracht Gommern wird keineswegs als das "schönste" Saisonspiel dokumentiert werden. Und doch bot der 3:1 (1:0)-Heimsieg der Unioner vom Sonnabend alles, was das Derby-Herz begehrt: sehenswerte Tore, Spannung und reichlich Zündstoff.

Heyrothsberge/Gommern l Wie konnte sich Steffen Zimmer eigentlich so lange verstecken? Weite Teile der Saison bestritt der Stürmer in der Kreisliga Süd für die Reserve des SV Union, ehe er am beim 3:0-Heimsieg Anfang des Monats über Blau-Weiß Niegripp erstmals von sich Reden machte, einen Treffer beisteuerte. Am Sonnabend tat er es wieder, noch dazu auf äußerst sehenswerte Weise: Der eingewechselte Zimmer erlief einen langen Ball, lupfte diesen über den herauseilenden Eintracht-Keeper Matthias Baumgarten zum 3:1 (80.) ins Tor und verzückte derart die Fans, dass sogar Trainer Torsten Völckel gar nicht anders konnte, als von seinem "Joker" zu schwärmen: "Irgendwie ist er ein Phänomen."

Gar nicht phänomenal befand die Gegenseite die Entstehungsgeschichte des Treffers. Wütende Eintracht-Proteste begleiteten den Jubel der Gastgeber: Dem Tor sei ein vermeintliches Handspiel vorausgegangen. Trainer Bodo Thiele bemühte sich jedoch nach Abpfiff um Sachlichkeit: "Sicher könnten wir Groll hegen, aber ich sehe keinen Grund dazu. Wir haben insgesamt eine gute Leistung geboten, müssen mit dem Ergebnis leben."

Womöglich wäre Letzteres leichter gefallen, wäre Daniel Striddes Kopfball nicht am Tor der Gastgeber vorbeigestrichen (15.) oder Union-Keeper Tim Nagel wäre bei Mathias Liefolds Direktabnahme nicht so schnell abgetaucht (78.). Doch stattdessen hatte Robert Arndt die Gastgeber in einer ereignisarmen ersten Hälfte nach Flanke von Max Zimmermann in Führung gebracht (19.). Kurz vor der Pause hatte der Vorlagengeber selbst das 2:0 auf dem Fuß, war aber ob seiner Möglichkeiten - eigener Abschluss in unmittelbarer Tornähe oder Pass auf die am langen Pfosten postierten Mitspieler - selbst etwas erschrocken.

Zwar glich Gommerns Rolf Schulze kurz nach Wiederanpfiff aus und wurde einmal mehr seinem Ruf als durchsetzungsstarker Instinktstürmer gerecht (47.), doch Unions Mike Pinno stand dem Gommeraner Winter-Neuzugang nach langem Ball in nichts nach und besorgte das zwischenzeitliche 2:1 (59.). Zimmer sorgte schließlich für die Entscheidung. So sehr die Partie bis dato von der Spannung lebte und mit drei Treffern in Hälfte zwei für vieles entschädigte, fielen jedoch die zahlreichen Unterbrechungen und Nickligkeiten negativ ins Gewicht.

SV Union Heyrothsberge: Nagel - Vaz, Kloska, Raugust, Arndt (90. Possinke), Krümling, Zimmermann (63. Zimmer), Seipold, Wittek, Müller, Pinno

SV Eintracht Gommern: Baumgarten - Marco Reichel, Sturzebecher, Kunitschke, Engel, Liefold, Lobe (69. Woche), Avdyli (46. Andert), Namshaa, Schulze, Stridde