In der Fußball-Landesliga Nord unterlag die SG Blau-Weiß Gerwisch im Heimspiel gegen den Schönebecker SC mit 0:3 (0:3). Zu hoch war die Bürde von drei Toren Rückstand zur Pause, um an diesem Tag noch etwas zu retten. Während beim SSC nach dem überzeugenden Sieg Zufriedenheit herrscht, macht man sich bei den Blau-Weißen ernsthafte Sorgen. Der Abstand auf die Nichtabstiegsplätze beträgt bereits vier Punkte.

Gerwisch. Das erste Achtungszeichen in der Partie setzten die Schönebecker, die nach einem Eckball das Außennetz trafen (9.). Wenig später zog der Spezialist für Standardsituationen beim SSC, Enrico Klüter, einen Freistoß direkt aufs Tor und verlangte Gerwischs Schlussmann Stefan Huhn einiges ab (12.). Nun erwachte auch die Angriffsabteilung der Gastgeber. Nach einem eher unfreiwilligen Abspiel durch Jens Schacker war es Marcus-Antonio Bach, der aus der Drehung abzog und mit seinem Schuss die Querlatte touchierte.

Mitten in die zaghaften Bemühungen der SG fiel dann aber die Gästeführung. Robert Renger setzte sich nach einer Klüter-Ecke im Strafraum durch und köpfte zum 1:0 aus SSC-Sicht ein (22.). Während die Blau-Weißen noch dabei waren, den Ursprung der langen Fehlerkette zu suchen, legte Schönebeck nach. Marcus Bolze war sicherlich auch ein wenig überrascht, wie viel Platz ihm die Gastgeber nach einer Flanke von Linksaußen ließen und versenkte den Ball mühelos aus der Nahdistanz zum 2:0 (25.).

Gerwisch suchte nun verzweifelt nach einer Antwort auf den Doppelschlag des SSC, doch dieser machte das Spiel. Immer wieder tauchten die Gäste gefährlich vor dem Tor auf und verlangten SG-Keeper Huhn einiges ab. Dieser musste dann auch mit dem Pausenpfiff den Ball zum dritten Mal aus dem Tor holen. SSC-Rechts-außen Christoph Irmscher nutzte sämtliche Freiheiten, die ihm Gerwisch ließ, und schraubte das Ergebnis bis zur Halbzeit auf 3:0 hoch (45.). Ein Debakel schien sich für die Hausherren anzubahnen. "Ich habe zur Pause an die Ehre der Spieler appelliert. Bei einem 0:3-Rückstand vor eigener Kulisse kann es eigentlich nur noch darum gehen, einigermaßen das Gesicht zu wahren", erklärte SG-Coach Rolf Döbbelin.

Seine Worte fanden offensichtlich nicht das Gehör der Spieler. In den Anfangsminuten der zweiten Hälfte spielte ausschließlich der Gast aus dem Salzlandkreis. Bezeichnenderweise kamen die Blau-Weißen erst in der 57. Minute zur dicksten Chance des Tages, als ein Schuss durch Thomas Tietz das Gästegehäuse nur um Haaresbreite verfehlte.

Auch wenn Gerwisch bis zum Abpfiff bemüht war, zum Anschlusstreffer zu gelangen, war die Luft raus. Schönebeck konnte ruhigen Gewissens einen Gang zurückschalten, während die SG verzweifelt auf das Tor der Gäste anrannte.

"Wir haben heute geschlossen als Team agiert. Auch wenn wir es oftmals verpasst haben, die Führung noch weiter auszubauen, haben wir heute so gespielt, wie ich mir das vorstelle", zeigte sich SSC-Trainer Christian Kehr zufrieden. Und bei Gerwisch? Dort versuchte man nach dem Spiel, das Positive zu sehen. "So richtig deprimierend wurde es ja erst nach dem dritten Tor. Wenn vielleicht in der zweiten Hälfte der Anschlusstreffer fällt, sieht die Sache auch anders aus", äußerte SG-Trainer Döbbelin.