Als Aufsteiger aus der Bezirksliga in die neue Saison gestartet, haben die Landesliga-Basketballer von Eintracht Hohenwarthe die jüngst beendete Hinrunde der Saison 2010/11 auf Platz sechs der Neuner-Staffel abgeschlossen. Eigentlich ein echter Erfolg. Doch da dieser bekanntlich hungrig macht, haben sich die Hohenwarther für die Rückrunde mehr vorgenommen.

Hohenwarthe. Keine Frage, die Eintracht scheint nach zweijähriger Abstinenz wieder in Sachsen-Anhalts zweithöchster Spielklasse angekommen zu sein. Mit drei Siegen aus sieben Spielen untermauerten die Hohenwarther ihre Ambitionen, als Liganeuling mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben. Da sich aber bekanntlich nur verbessern kann, wer beständig an sich arbeitet, fällt das Hinrundenfazit von Eintracht-Spielertrainer Denis Ziegler eher zurückhaltend aus. "Die Bilanz ist zufriedenstellend. Speziell zu Beginn der Saison gab es eine Menge Frust, weil wir mit vier Niederlagen gestartet sind. Die Devise lautete aber stets ¿Abwarten‘. Wir haben immerhin gleich am Anfang gegen die nominell stärksten Teams der Liga gespielt", blickt Ziegler auf die Startschwierigkeiten zurück.

Zum engeren Kreis der Meisterschaftskandidaten zählt Ziegler den TSV Niederndodeleben, den MSV Börde Magdeburg und die dritte Vertretung der BG Magdeburg. "So richtig gewurmt hat uns eigentlich nur die Heimniederlage gegen den BBC Stendal. Die wollen wir in der Endabrechnung auf jeden Fall noch hinter uns lassen. Unser Saisonziel lautet Platz vier bis sechs."

Große Worte für einen Aufsteiger, mag man meinen. Doch wer sich das Leistungsniveau der Basketball-Landesliga genauer anschaut, stolpert kurz oder lang über ein klares Gefälle. Neben dem sieglosen Schlusslicht aus Bernburg "zieren" der 1. Burger BV und die TG Schönebeck das Tabellenende. Vor allem die dünne Personaldecke macht vielen Teams zu schaffen. Mit eben jenen Kaderproblemen lässt sich auch der letztmalige Abstieg der Eintracht erklären. Viele Leistungsträger, die seit den Hohenwarther Basketball-Anfängen im Jahr 2001 dabei waren, kehrten dem Team den Rücken.

Probleme, die die Eintracht-Korbjäger in dieser Saison nicht haben. Mit Karsten Standke und Sebastian Schönherr wurden vor der Saison zwei oberligaerfahrene Akteure aus Wolmirstedt an den Kanal gelotst, die dem Anforderungsprofil und der Spielphilosophie der Eintracht voll entsprechen. "Unter dem Brett und bei den Rebounds sind wir mit unseren ¿langen Kerls‘ irrsinnig stark. Dazu kommt die Erfahrung, denn viele von uns haben schon jahrelang in der Landes- und sogar in der Oberliga gespielt", umreißt Ziegler die Stärken des Teams.

Auch die Eingespieltheit der Mannschaft gehört dazu. Viele Akteure gingen lange Zeit beim MSV Börde auf Körbejagd, darunter auch Ziegler. "Irgendwann haben wir uns dort nicht mehr wohlgefühlt. Unsere Interessen wurden kaum berücksichtigt. Hier in Hohenwarthe haben wir dagegen super Rahmenbedingungen gefunden", blickt Teamkamerad Philipp Bulirsch auf die Beweggründe zurück, die dazu führten, einen Neuanfang bei der Eintracht zu wagen.

Obwohl die Mehrzahl der Spieler nachwievor in Magdeburg wohnt, sehen Ziegler und Bulirsch kein Identifikationsproblem mit dem Ort. Daher gelten natürlich die Liga-Duelle gegen den Burger BV mit ihrem Derbycharakter als etwas Besonderes, auch wenn der Blick auf den "großen Bruder" aus Burg etwas sorgenvoll ausfällt. "In den letzten Jahren waren es immer gleichwertige, hochklassige Duelle. In dieser Saison tut sich der BBV aber sehr schwer. Ich schätze, das hängt mit dem Wegbruch nahezu der gesamten Center-Reihe zusammen. Trotzdem nehmen wir Burg immer noch als Konkurrenten wahr. Spiele gegen den BBV sind etwas anderes als gegen Schönebeck oder Gardelegen", so Ziegler.