Irxleben/Burg (bjr) l In die Reihe berühmter Einwechslungen der Fußball-Historie hat die Hereinnahme von Leo Lichtenberg am Sonnabend leider keinen Eingang gefunden. Der 20-Jährige brachte sich beim Burger BC 08 weder in Günter-Netzer-Manier selbst in die Partie, noch raunte ihm sein Trainer vorher zu, er möge der Welt beweisen, dass er besser als Lionel Messi oder zumindest der versammelte SV Irxleben wäre. Und dennoch schrieb Lichtenberg zumindest eine kleine persönliche Heldengeschichte, als er den BBC 08 mit seinem „Joker“-Tor (88.) zum 1:0 (0:0)-Auswärtssieg schoss, nachdem er zwölf Minuten zuvor ins Spiel gekommen war.

Dabei hatte sein Coach Michael Hucke zunächst gezögert, denn: „Es war keine Partie, in der man großartig wechseln musste, wenn man nicht die komplette Statik des Spiels umwerfen wollte. Letztlich war die Überlegung dahinter eher, den Kräfteverschleiß auszugleichen.“ Denn über die gesamte Spielzeit lieferten sich die Burger und ihr Gastgeber einen Abnutzungskampf, der durch die schwierigen Wetterbedingungen nicht unbedingt ansehnlicher wurde. Anders als beim 1:0-Heimsieg der Vorwoche über den MSV Börde verzeichnete der BBC 08 auch kein krasses Übergewicht an Chancen und konnte folglich nicht zu sorglos damit umgehen. „Wir waren nach meinem Geschmack einen Tick zu sehr darauf bedacht, Sicherheit zu bekommen und nicht in etwas hineinzurennen.“ Da aber auch die Irxleber nicht mit allergrößter Risikobereitschaft spielten, deutete vieles auf eine Punkteteilung hin – bis zwei Minuten vor Ultimo.

Da nämlich fuhren die Burger nach Balleroberung in der eigenen Hälfte noch einmal einen Konter. Im Zentrum erreichte der Ball Erik Teege, der nach links ablegte, wo Lichtenberg lauerte und letztlich mit seinem Geniestreich für den späten Sieg sorgte. „Vorn wie hinten war es etwas glücklich. Trifft Irxleben vorher, dürfen wir uns nicht beschweren. Aber es war schön zu sehen, dass die Jungs es bei einem ähnlichen Spielverlauf wie gegen Warnau (0:0, Anm.d.Red.) dieses Mal besser gelöst haben“, lobte der Trainer mit dem Tenor „drei Punkte und gut“. So war es auch zu verschmerzen, dass am Ende kein neuer Eintrag in die Fußballgeschichtsbücher stand.

Irxleben: Schube – Schulze, Kossan, Schwenke, Köhler, Tino Ahlemann, Tim Ahlemann, Kotulla, Herrmann, Müller, Dethlefsen

Burg: Krüger – Ch. Madaus, Schäfer, Wehrmann, Siemke (76. Lichtenberg), Lattki (82. Ulrich), Zimmer, Westhause, Ca. Madaus, Teege (90.+2 J. Friedrich), Thiede

Tor: Leo Lichtenberg (88.); SR: Philip Bürger-Schoenemann (Sandersdorf), Jonas Berger, Marcel Leidel; ZS: 76