Heyrothsberge l Irgendwo zwischen Billy-Regal, Hemnes-Kommode und Pax-Kleiderschrank ist André Hoof zur Erkenntnis gelangt. Als der Trainer des SV Union am Sonnabend vor einer Woche in den Gängen einer bekannten schwedischen Möbelhauskette und nicht in der eigenen Coachingzone unterwegs war, ist er nämlich gar nicht so tod-ünglücklich darüber gewesen. Weil beide Vereine in der dritten Runde des Landespokals nur noch Unbeteiligte waren, hatten die Unioner beim Burger BC 08 angefragt, ob man nicht das nunmehr letzte Heyrothsberger Hinrundenspiel am 12. Dezember vorziehen möge. „Im Nachgang war ich ganz froh, dass es nicht funktioniert hat. Philip Witte und Toni Bach hätten gefehlt. Und im Derby möchte man doch schon gern die bestmögliche Aufstellung auf den Platz schicken.“

Nun müssen die Unioner am bevorstehenden Sonnabend zwar auf ihren mit acht Saisontreffern besten Torjäger verzichten – Witte brummt eine Rotsperre ab –, doch zumindest der Kapitän ist im Heimspiel ab 14 Uhr gegen den Magdeburger SV Börde an Bord. Und Bach glaubt: „Das spielfreie Wochenende wird uns nicht vom Kurs abgebracht haben. Wir müssen uns nicht verstecken.“ Auch wenn seine Mannschaft der Konkurrenz bis zu zwei Spiele voraus ist, macht der augenblickliche zweite Tabellenplatz selbstbewusst und hungrig auf mehr. Und dabei ist die Erklärung für den Erfolgslauf von zuletzt vier Siegen aus fünf Spielen keineswegs kompliziert, wie der Spielführer schildert: „Was uns derzeit so stark macht, ist der Mix aus erfahrenen Spielern und jungen Wilden auf dem Platz. Die Mischung passt einfach. Dazu sind wir in der Breite gut aufgestellt. Selbst wenn zwei oder drei Stammkräfte fehlen, steht dahinter immer jemand bereit, auf den ebenso Verlass ist.“

Kapitän meldet sich zurück

Der 28-Jährige zählte bis vor kurzem selbst zu den unfreiwilligen Zuschauern in Reihen der Heyrothsberger. Seit Saisonbeginn „haben kleinere Verletzungen dazu geführt, dass ich noch nicht wieder bei 100 Prozent bin. Aber es wird.“ Und im Duell bei Stahl Thale vor zwei Wochen wurde es bereits, als Bach sein Comeback in der Startelf gab und das Team zu einem 3:0-Erfolg führte. Daran will die Mannschaft natürlich auch im anstehenden Heimspiel anknüpfen, doch Trainer Hoof warnt: „Börde ist eine Mannschaft, die jedem Gegner wehtun kann.“ Auch, wenn der gegenwärtige achte Tabellenplatz es nicht ausdrückt, scheinen die Landeshauptstädter nach holprigem Saisonstart, der von vielen verletzungsbedingten Ausfällen begleitet wurde, wieder in die Erfolgsspur zu gelangen.

Dennoch zeigte sich insbesondere bei der letztwöchigen 1:2-Pokalniederlage gegen Liga- konkurrent Schönebeck, woran es beim MSV hapert: „Wir sind zu anfällig für Konter und haben gemessen an den Spielanteilen zu wenige klare Chancen kreiert“, haderte Coach Marcus Mähnert nach dem vorzeitigen Ausscheiden. Wer die jüngsten Auftritte der Unioner gegen Warnau (4:1) oder Thale verfolgt hat, dürfte also von einem gefundenen Fressen ausgehen. Überfallartige Angriffe nach eigenem Ballgewinn haben sich zu einem Heyrothsberger Trademark entwickelt. „Natürlich wollen wir wieder versuchen, durch schnelles Umschalten Torgefahr zu entwickeln. Als Trainer habe ich zwar gern Ballbesitz und die Kontrolle über ein Spiel, aber uns stehen nun mal viele schnelle Leute zur Verfügung, die bei Kontern ihre Stärken ausspielen können“, erklärt der SVU-Trainer. An der taktische Grundausrichtung des Teams dürfte es folglich weitaus weniger Veränderungen geben, als die Inneneinrichtung im Hause Hoof erfahren hat.