Biederitz l Schnell herrschte nach dem Abpfiff in der Ehlehalle Einigkeit beim enttäuschten Gastgeber. Hätten sie am Sonnabend nur ansatzweise die Leistung aus der Partie in Güsen (32:33) vor den offiziell zugelassenen 65 Zuschauer an den Tag gelegt, wären sie wohl mit Zählbarem von der Platte gegangen. „Das war Stand-Handball ohne nötigen Druck auf die Deckung. Zudem war unsere Chancenverwertung mangelhaft“, fasste Trainer Peter Pysall die ersten 30 Minuten treffend zusammen.

In dieser lagen die Gastgeber nach fünf Minuten mit 0:2 zurück, ehe Bennet Daßler und Martin Walde den Ausgleich erzielten. Nach dem 4:3 durch Eike Herrmann waren die Biederitzer scheinbar auf dem richtigen Weg, doch dieser wurde schnell wieder verlassen. Im Biederitzer Angriff fehlte das Tempo und auch das Zusammenspiel, um in gute Wurfpositionen zu kommen. Wurden diese einmal doch gefunden, blieb der stark agierende Oebisfelder Schlussmann wiederholt der Sieger. Zudem kassierten die Gastgeber einige Konter der konzentriert aufspielenden Gäste, die nach dem 7:4 (18. ) auf 13:7 (28.) enteilten. Zwei vergebene Strafwürfe taten in dieser Phase ihr Übriges. Nach dem 8:13 durch Kreisläufer Andre Freistedt legte der SVO durch Til-Bjosse Hack und Damian Klappoth zum 15:8 nach, ehe Sören Große mit der Sirene einen Freiwurf direkt zum 9:15-Pausenstand versenken konnte.

Der von Große erzielte Doppelpack zum 11:15 (33.) nach Wiederbeginn erwiesen sich schnell als kurzes Strohfeuer, denn auch in der Folgezeit lief im Biederitzer Angriff viel zu wenig zusammen. Auch die sich bietenden Torchancen machten eher den SVO-Schlussmann stark, als dass die Gastgeber den Rückstand hätten verringern können. So hatten die eingespielten Allerstädter auch nach dem 19:13 (41.) stets einen komfortablen Vorsprung inne, wie den Zwischenständen 22:17 (50.) und 25:20 (55.) abzulesen war.

Ansätze in der Schlussphase

In den Schlussminuten zeigten die Biederitzer dann zumindest in Ansätzen, wie dem Gegner beizukommen gewesen wäre. Durch deutlich mehr Bewegung gab es plötzlich Lücken in der Oebisfelder Deckung, die vor allem Daßler mit drei Toren zum 24:27-Endstand zu nutzen wusste. Als Fazit blieb, dass der SV Eiche 05 in keinster Weise und vor allem im Angriff nicht an den Auftritt in Güsen anschließen konnte. Auch die Abwehrarbeit krankte im ersten Durchgang allzu oft. Dass die Gäste zudem auf der Torhüterposition im Vorteil waren, belegen nicht nur die allein zehn Gegentreffer von den Außenpositionen.

„Kampf und Einsatz, vor allem in Hälfte zwei oft in Unterzahl, haben gestimmt. Es fehlt oft an den vielen kleinen Sachen, die wir schon trainiert haben und nun erneut in Angriff nehmen müssen“, meinte Coach Pysall, dem zudem die progressive Linie der Schiedsrichter überhaupt nicht gefallen hat: „Da hatte ich für die ein oder andere Entscheidung nur wenig Verständnis.“
Biederitz: Meyer, Tschirschwitz – Holzgräbe, Köster (1), Walde (2), Kinast (3), Wentzel (2/1), Bahr (2), Herrmann (2), Freistedt (1), Große (3), Daßler (8), Eix
Oebisfelde II: Paul, Wehr – P. Breiteneder (2), Keller (3), Hack (7), Meinel, Kleist (2), Mieth (6), K. Breiteneder (1), Klappoth (6), Ganselweit
Zeitstrafen: Eiche 5, SVO 8; Siebenmeter: Eiche 4/1, SVO 2/0