Burg l Über diese Nachricht hat sich Andreas Broska sehr gefreut. Klingelte beim Vizepräsident Breitensport und Laufwart des Leichtathletik-Verband Sachsen-Anhalt (LVSA) in den vergangenen fünf Monaten das Telefon, ging das folgende Gespräch meist mit einer neuerlichen Absage einer Veranstaltung einher. Corona-Krise und kein Ende. Die Laufgruppe Rudelsburg überraschte den 27-Jährigen aber vor kurzem mit einer frohen Botschaft: Am 10. Oktober richtet der Verein in Bad Kösen die 39. Auflage des Rudelsburglaufs aus und würde gern nachträglich in die Liste der Wertungsläufe für den Novo Nordisk-Landescup rutschen. Und noch eine gute Nachricht: Die traditionsreiche Serie meldet sich bereits eine Woche zuvor am 3. und 4. Oktober aus der Zwangspause zurück. Corona-Krise und endlich ein Ende.

„Wir haben geschaut, wie wir das Restprogramm im Landescup gestalten können, um doch noch zu einem halbwegs normalen Abschluss zu gelangen“, erklärt Broska. Schließlich erlaubt die 7. Eindämmungsverordnung der Landesregierung seit dem 2. Juli wieder Wettkampfsport und Freiluftveranstaltungen mit bis zu 1000 Teilnehmern. „Seitdem gibt es viele Veranstalter, die ihren Lauf gern durchführen möchten. Gleichzeitig ist der Respekt vor den Auflagen groß.“ Genehmingungen müssen eingeholt, Hygienekonzepte ausgearbeitet und die Umsetzung penibel überwacht werden.

Erfolgreicher Testlauf

Eine Art erster Testballon ist mit dem Hallenser Heidelauf Mitte Juli erfolgreich abgehoben. Am beispielhaften Konzept sollen sich nun andere Veranstalter bei ihren Läufen orientieren. Der Verband bietet auch kleinen Vereinen Hilfestellung an. Inzwischen liegt auch für den 25. Geiseltalseelauf in Braunsbedra eine behördliche Genehmigung vor. Er soll am Sonnabend, 3. Oktober, der erste Landescup-Zwischenstopp seit dem Auftakt im März beim Süppling-Cross in Demker sein. Die Teilnehmerzahl ist auf 550 Läufer begrenzt, statt eines Massenstarts werden die Athleten in Wellen auf die Strecke geschickt. Weiter geht es dann bereits am nächsten Tag, wenn die Landesmeisterschaft Straßenlauf am 4. Oktober in Magdeburg über die Bühne gehen soll. „Die Terminkonstellation mit zwei Läufen an einem Wochenende ist sicher nicht optimal. Da es sich aber um eine Veranstaltung im Süden und eine im Norden handelt, dürfte die Schnittmenge nicht sehr groß sein, so dass sich nur wenige für einen Lauf entscheiden müssen.“ Weiter geht es im Landescup dann in Bad Kösen (10. Oktober), Tangerhütte (18. Oktober) und der abschließenden Landesmeisterschaft im Crosslauf in Magdeburg (31. Oktober).

Da mit dem Brockenlauf, Harzgebirgslauf und dem Mitteldeutschen Marathon die großen Events im Herbst fehlen, beziehungsweise mit dem Magdeburg-Marathon auf der Kippe stehen, ist mit entsprechendem Zulauf bei die „kleinen“ Veranstaltungen zu rechnen. Dennoch mussten auch im Landescup Abstriche gemacht werden. So sind die ursprünglich 13 Wertungsläufe durch die Corona-Pause auf sechs zusammengeschmolzen. Gleichzeitig wurde jedoch auch der Modus entsprechend angepasst. „Die Teilnehmer bringen mindestens zwei und maximal vier Ergebnisse ein, so dass es sogar noch zwei mögliche Streichresultate gibt, wenn jemand alle sechs Läufe absolviert hat“, so Broska, der dennoch einräumt: „Für viele stehen in diesem Jahr sportliche Erfolge an zweiter Stelle.“

Nichtsdestotrotz sollen am Sonnabend, 7. November, wieder die Sieger und Platzierten gekürt werden. Wie aus den Vorjahren gewohnt, findet im Barbyer Gasthof „Rautenkranz“ die Ehrungsveranstaltung im Landescup statt. Auch wenn die 29. Auflage der Serie unter keinem guten Stern stand, soll so ein würdiger Abschluss geschaffen werden, bevor sich die Blicke auf das Jubiläum im nächsten Jahr richten. „Die Planungen laufen bereits“, verspricht Broska.

Blick richtet sich aufs Jubiläum

Die unfreiwillig sportfreie Zeit hat man derweil im Verband genutzt, um sich Gedanken darüber zu machen, wie der Cup noch besser bei Sachsen-Anhalts Lauffamilie ankommen könnte. Während sich die Teilnehmer im nächsten Jahr auf neu gestaltete, schmucke Medaillen freuen dürfen, greift eine Neuerung bereits bei den ausstehenden fünf Läufen in diesem Jahr. „Es wird bei den Veranstaltungen speziell für den Landescup hergestellte und biologisch abbaubare Getränkebecher geben.“ Dem eigenen Hobby nachgehen und die Umwelt schonen – wenn das keine erfreuliche Nachricht ist.