Halberstadt l Wie schon in den letzten beiden Partien gegen Berliner Teams, brachten sich die Harzer auch beim 0:0 gegen den SV Lichtenberg 47 durch ihre schwache Chancenverwertung um ein besseres Ergebnis.

Trotz Dauerregen hatten fast 300 Zuschauer den Weg ins Friedensstadion gefunden, und diese bekamen eine muntere Anfangsphase geboten. Bereits in der zweiten Minute spielte sich Stefan Korsch nach Doppelpass mit Benyas Solomon Junge-Abiol schön über die rechte Angriffsseite, statt die scharfe Eingabe auf Kimbyze-Kimby Januario zu wählen, setzte er das Leder aus spitzem Winkel ans Außennetz.

Chancen auf beiden Seiten

Die nächsten Höhepunkte waren vor dem Halberstädter Tor. Marcel Rausch nahm eine Flanke von Richard Ohlow per Direktabnahme, das Leder ging knapp am langen Pfosten vorbei (4.). Nur drei Minuten später versuchte es Hannes Graf artistisch, sein Fallrückzieher lenkte Florian Sowade gerade noch über die Querlatte. Beim anschließenden Eckball kam der Ex-Halberstädter Philip Einsiedel frei zum Kopfball, zielte aber genau auf Florian Sowade.

Fast im Gegenzug hatte dann Halberstadt die größte Chance der Partie. Nach Eingabe von Kimbyze-Kimby Januario bekam Elias Löder das Leder zentral am Torraum nicht unter Kontrolle, den anschließenden Schuss von Stefan Korsch parierte Torwart Niklas Wollert stark per Fußabwehr (9.).

Die Halberstädter übernahmen in dieser Phase klar das Zepter, spielten sich einige Male gut über die Außen durch. Nach scharfer Hereingabe von Junge-Abiol wurde Paul Grzega am Torraum von Jonas Schmidt geblockt, beim abgewehrten Ball scheiterte Januario mit einem Flachschuss von der Strafraumgrenze an Wollert (18.).

Trotz klarer Ballbesitzvorteile für die Halberstädter ging die nächste gute Möglichkeit auf das Konto der Berliner, Hannes Graf traf das Leder freistehend per Kopf nach genauer Ohlow-Flanke nicht voll (24.). Das Offensivspiel der Halberstäder verlor danach deutlich an Schwung, bis zur Pause verflachte das Spiel.

Chancen werden nicht genutzt

Nach Wiederanpfiff hatte zunächst der SV Lichtenberg mehr vom Spiel, ließ den Ball gut durch die eigenen Reihen laufen. Beim einzigen guten Abschluss zielte Marcel Rausch knapp am Winkel vorbei (59.). Mit neuen Offensivkräften verstärkte dann Halberstadt ab Mitte der zweiten Halbzeit noch einmal die Bemühungen auf das Führungstor. Batikan Yilmaz schoss aus 17 Metern nach Rückpass von Junge-Abiol zu unplatziert (71.), kurz darauf forderte Michael Ambrosius vergeblich einen Handstrafstoß. Nach Eckball von Fabian Wenzel hatte der Abwehrspieler Moritz Kretzer an den Arm geköpft, eine knifflige und für den Schiedsrichter schwer zu sehende Situation.

Kurz vor Ende der Partie hatte Lukas Ferchow noch einmal die Chance zur Führung, sein Schuss aus 16 Metern strich aber knapp über das Dreiangel. Somit blieb es beim 0:0, wie schon am Mittwoch bei Tennis Borussia Berlin musste sich der VfB Germania trotz Chancenvorteilen mit einem Punkt begnügen.

„Es lag an der Chancenverwertung, dass wir keinen Dreier geholt haben. Das ist unser leidiges Thema in den letzten Spielen. Klar sind wir ein Stück weit enttäuscht, dass wir nicht wenigstens eine von den Chancen verwertet haben. Heute haben wir in der ersten Halbzeit sehr gute Chancen, aber wenn wir die aus einem Meter nicht ins Tor kriegen, dann ist es so. Daran müssen wir arbeiten“, analysierte Germania-Trainer Danny König.

Statistik

VfB Germania Halberstadt: Sowade - Junge-Abiol, Ambrosius, Baudis, Twardzik, Wenzel - Löder (62. Yilmaz), Vogt, Korsch - Januario (62. Dörnte), Grzega (54. Ferchow);

SV Lichtenberg 47: Wollert - Hofmann (46. Sinan), Schmidt (46. Kretzer), Hollwitz, Ohlow (77. Owczarek) - Fiegen, Gözüsirin - Rausch (63. Reiniger), Gawe, Einsiedel - Graf;

Tore: Fehlanzeige;

Schiedsrichter: Martin Bärmann (Guben);

Zuschauer: 278.