Halberstadt l In den letzten beiden Heimspielen gegen Chemie Leipzig und den SV Babelsberg zeigte das Team jeweils eine ansprechende Leistung.

SV Babelsberg bleibt Angstgegner

Die Vorharzer waren am Sonntag dem Siegtreffer näher als die Potsdamer, am Ende blieb es aber beim 2:2 und damit einer Serie, die klar für die Filmstädter spricht. Keine der bisherigen sieben Heimspiele konnte der VfB gegen die „Nulldreier“ gewinnen. Fünfmal hieß der Sieger im Friedensstadion SV Babelsberg, zweimal – so wie zuletzt am Sonntag – endete diese Paarung ohne Sieger.

Dem Publikum schien es weitgehend egal zu sein, ob nun ein Zähler oder drei. Die Zuschauer honorierten den erneut gelungenen Auftritt mit viel Beifall: in der ersten Halbzeit, nach Wiederanpfiff und auch nach dem Abpfiff. Selten zuvor wirkte die Kulisse im Friedensstadion so gelöst und gut gelaunt: Wollten die, die gekommen waren, noch einmal bewusst die Atmosphäre eines Fußballspiels vor dem erneuten „Lockdown“ genießen?

Und ganz offensichtlich hielt die Heiterkeit bis zur Pressekonferenz an, denn gut gelaunt und stimmungsvoll wurden hier sowohl Gästetrainer Predrag Uzelac als auch Danny König vom VfB Germania begrüßt und verabschiedet.

Uzelac sprach von einem „harten Kampf für uns. Wir wussten, was uns erwartet. Eine junge laufstarke Mannschaft, die am letzten Mittwoch gegen Chemie Leipzig gewonnen hat. Nach der 1:0-Führung zur Pause wollten wir nachlegen. Das ist nicht gelungen“. Stimmung kam auf, als der 54-jährige Kroate zunächst von „einem billigen Gegentor“ zum 1:1 sprach. Mit „billig“ meinte er jedoch die Entstehung: ein unnötiger Ballverlust seiner Elf. Die wohlwollende Laune der Anwesenden kehrte zurück, Uzelac genoss wieder die Sympathien der Gastgeber.

Germania über Ergebnis enttäuscht

Seine Ausführung schloss er mit dem Fazit ab: „Insgesamt haben wir zweimal auswärts geführt, zum Schluss muss ich sagen ist es aber ein gerechtes Unentschieden. Wir fahren zufrieden nach Hause. Jetzt hoffen wir, dass wir uns in der Rückrunde wiedersehen und dass alle gesund bleiben.“ Wieder Applaus der Halberstädter.

Danny König konnte eine gewisse Enttäuschung bei sich und seiner Elf direkt nach Abpfiff nicht verbergen. „In der erste Halbzeit fehlten uns Laufbereitschaft, Tiefenläufe und Zielstrebigkeit. Das haben wir nicht auf den Platz bekommen. Beim 0:1 brauchen wir uns nicht über den Schiedsrichter unterhalten. Unser Spieler muss einfach zur Seite klären, dann ist das Thema durch. So laufen wir mit 0:1 hinterher.“ Der 46-Jährige war aber zufrieden, wie seine Elf antwortete: „Dann machen es die Jungs richtig gut. Sie kommen wieder. Auch nach dem 1:2 – wir sind dran. Ich finde es cool, dass diese junge Truppe weiter gemacht hat und zurückgekommen ist. Nach dem Platzverweis bei den Gästen haben wir noch mehr Druck ausgeübt, schaffen es leider nicht mehr, die Kugel reinzumachen. Das 3:2 war möglich.“

Warum 1:1-Torschütze Elias Löder, einer der besten Akteure an diesem Tag, kurz nach seinem Treffer ausgewechselt wurde, erklärte Co-Trainer Enrico Gerlach: „Wir wollten mit der Einwechslung von Gino Dörnte Tiefe gewinnen und gemeinsam mit Stefan Korsch auf der anderen Seite noch mal Akzente setzen – um den Dreier einzufahren. Bei Gino lief es ja auch top, er war frisch und hat das 2:2 vorbereitet. Das war der Beweggrund, es hatte nichts mit der Leistung von Elias zu tun. Außerdem darf man nicht vergessen, dass wir in Auerbach und gegen Chemie länger in Unterzahl gespielt haben. Man hat gemerkt, dass dadurch bei einigen die Kraft fehlte.“