Halberstadt l Drei Abend- beziehungsweise Flutlichtspiele vor eigenem Publikum gab es für die Germania in dieser Saison bereits, keines davon ging verloren. Die Partien gegen Meuselwitz, Chemie Leipzig und Lichtenberg endeten remis. Nur allzu gern möchten die Halberstädter jetzt den ersten Dreier folgen lassen. Die Motivation nach zuletzt vier Punkten ist jedenfalls groß.

Nachdem man in Erfurt bereits auf die ehemaligen Germanen Alexander Schmitt und Lucas Surek getroffen ist, gibt es auch heute ab 19 Uhr ein Wiedersehen. Leon Heynke, letztes Jahr vom 1. FCM ausgeliehen, schnürt seit Sommer in Probstheida die Fußballschuhe. Ob er von der Bilanz zwischen beiden Klubs weiß? Die spricht nämlich eindeutig für die Domstädter. Sechs VfB-Siegen und sechs Unentschieden stehen lediglich zwei Niederlagen gegenüber. Die letzten drei Duelle ist Germania ungeschlagen. Vor allem die Begegnungen vor eigenem Publikum sprechen für sich beziehungsweise für Halberstadt: Keine der bisher sieben Partien hat der VfB Germania gegen den 1. FC Lok verloren. Überhaupt kamen die Messestädter im Vorharz in insgesamt 630 gespielten Minuten erst zu zwei eigenen Treffern. Das war beim 2:2 vor ziemlich genau neun Jahren.

Von diesen Zahlen zeigt sich Trainer Sven Körner wenig beeindruckt, wenngleich er die Heimserie bestätigen will. Der 37-Jährige freut sich auf die wahrscheinlich tolle Atmosphäre: „Die Hütte wird hoffentlich richtig voll. Wir wollen an usnere gute Performance vom Hertha-Spiel anknüpfen. Nach zuletzt vier Zählern können wir mit breiter Brust auftreten.“

Lok: Nur eine Niederlage

In Halberstadt ist der sportlichen Leitung auch bewusst, dass mit Lok ein echtes Spitzenteam kommt. Der Tabellenvierte steht punktgleich mit Hertha BSC II und Energie Cottbus mit nur zwei Zählern weniger hinter Spitzenreiter VSG Altglienicke. Leipzig hat erst eine Saisonpartie verloren, das war das Stadtduell bei der die BSG Chemie (0:2). Ansonsten überzeugt der Nachfolgeverein des ersten deutschen Fußballmeisters (VfB Leipzig/d.Red.) mit Konstanz in seinen Leistungen. „Lok überzeugt mit physischem Fußball und hat etliche Kicker in seinen Reihen, die das Niveau der Liga mitbestimmen“, hat Sven Körner vor dem kommenden Gegner Respekt.

Personell könnte es einige wenige Einschränkungen geben. Dass Pascal Schmedemann nach Rot in Erfurt gesperrt ist, steht fest. Dazu steht hinter dem Einsatz von Fabian Wenzel erneut ein großes Fragezeichen. Er konnte nur am Mittwoch mit der Mannschaft trainieren, war sonst individuell gefordert. Mit muskulären Problemen schlägt sich Michael Ambrosius herum, Dennis Blaser ist leicht am Knie verletzt. Dass diese beiden heute Abend dabei sind, ist aber deutlich wahrscheinlicher. Nach einem Infekt vor einer Woche wird Tino Schulze das Team wieder aufs Feld führen. Gleich drei Akteure gehen mit vier Gelben Karten ins Match: Kimbyze-Kimby Januario, Ibrahim Mirza Aral und Ambrosius. Möglich, dass mindestens einer der Genannten beim nächsten Highlight fehlen wird. Der November hält für die Germania nämlich weitere Top-Duelle bereit: Nach dem Pokal-Derby bei Einheit Wernigerode wartet die nicht weniger schwere Aufgabe beim Drittliga-Absteiger FC Energie Cottbus. „Das sind attraktive Aufgaben, aber wir denken von Spiel zu Spiel“, hält Körner beide Begegnungen noch auf Abstand. „Wir haben mit Lok Leipzig eine Mammutaufgabe vor uns und wollen versuchen, diesen Kontrahenten ins Stolpern zu bringen.“