Halberstadt l : Nach dem erfolgreichen Jahr 2019, in dem Halberstadt in eigener Halle nicht zu besiegen war, kassierte das Team am Sonntag die zweite Heimniederlage in Serie.

Der Tabellenvorletzte HSV Magdeburg knüpfte an die gute Leistung der Vorwoche gegen den TuS Radis an und entführte beim 23:27 beide Punkte aus der „Völkerfreundschaft“.

Gastgeber wollen Wiedergutmachung

Der HT hatte die Niederlage gegen den USV Halle II intensiv ausgewertet und wollte kein zweites Mal Präsente verteilen. Mit Markus Czaja kehrte zudem eine wichtige Stütze zurück ins Team. Er markierte dann auch Halberstadts ersten Treffer, dies aber erst nach gut drei Minuten und zum 1:1-Ausgleich. An diesem Tag legten die Magdeburger immer vor, Halberstadt ging vor eigenem Publikum über 60 Minuten nicht einmal in Führung. So etwas hatte es eine gefühlte Ewigkeit nicht gegeben.

Die gute Trainingswoche machten sich die HT-Herren mit einer schlechten Chancenverwertung kaputt. Schon beim ersten Abschluss wurde das deutlich und zog sich bis an das Spielende. „Insgesamt 18 freie Bälle wurden verworfen“, erklärte Trainer Denis Schmid nach Blick auf die Statistik. Zudem waren 16 Gegentore in der ersten Halbzeit zu viel.

Rückstand zur Halbzeit

Beim 5:5 und 7:7 herrschte zumindest noch einmal Ausgeglichenheit, aber die Landeshauptstädter zogen bis zur Pause auf 16:11 davon. Vor allem die Achse zwischen „Kanonier“ Michael Jahns und Kreisspieler Sascha Zimonczyk stellte die Vorharzer vor arge Probleme.

In der Pause blieb man positiv: „Es ist noch nichts verloren.“ Jedoch lief es nach Wiederanpfiff noch etwas schlechter. Beim 13:20 nach 35 Minuten und 16:24 nach 45 Minuten deutete sich sogar eine Schmach an. Dazu ließ es der HT aber nicht kommen. Dank besserer Abwehr hielten sich weitere Gegentreffer in Grenzen. Das Problem an diesem Tag war die Offensive. HSV-Keeper Matthias Wiesner hatte seinen Kasten vernagelt. „Das hat uns schon gewurmt“, so Schmid, „der Torwart hatte einen guten Tag, wobei es ja immer auch eine Wechselbeziehung ist zwischen schlecht geworfen und gut gehalten“.

Effektivität zu mangelhaft für einen Erfolg

Den Rückstand jedenfalls holte der Gastgeber nicht mehr auf. Da änderten auch die wechselnden Abwehrformationen der Halberstädter nichts mehr: Vom 5-1 beorderte Denis Schmid seine Sieben in das offensivere 4-2 und später sogar 3-3. „Es ist uns nicht gelungen, mal schnelle Tore in Serie zu erzielen“, so der 40-Jährige. Die erzielten 23 Tore waren dann auch deutlich unter dem Schnitt des HT (zum Vergleich: 27,6). Schmids klares Fazit: „Damit kann man in der Oberliga nicht gewinnen.“ Er hob auch hervor, dass sein Team sich Torchancen erspielte, man aber klar an der Effektivität scheiterte. „Nur schön spielen reicht nicht.“

Offenbar fehlt dem HT 1861 seit Jahresbeginn die Leichtigkeit, von der der Aufsteiger in der Hinserie profitierte. „Wir haben als Aufsteiger eine sehr starke erste Halbserie gespielt und damit die Erwartungen auch an uns selbst gehoben. Das scheint uns eher zu blockieren. Wir sollten daher ab sofort weniger nachdenken“, so eine erste Analyse des Trainers.

Den Halberstädtern bleiben nun vier Wochen Zeit, um den „Reset“-Knopf zu betätigen. Die Leistung der Hinrunde möchte man dann nämlich schon bestätigen. „Dazu gehört, mal wieder zu gewinnen. Nach den Winterferien versuchen wir neu zu starten“, berichtete Coach Schmid. Bis dahin soll auch ein Test unter Wettkampfbedingungen zur Vorbereitung dienen.

Statistik

HT 1861 Halberstadt: Deuring, Hoffmann - Hamann, Huber, Rinke (9/4), Greiff (1), Kausch (1), Ahlsleben, Stecker (2), Liebscher (1), Völkel (1), Dieterich (1), Blenke, Czaja;

Siebenmeter: HT 6/4, HSV 2/2;

Zeitstrafen: HT 2, HSV 2.