Niederndodeleben l Wer vor Saisonbeginn der Sachsen-Anhalt-Liga den Frauen des TSV Niederndodeleben einen Rang in der oberen Tabellenhälfte prophezeit hätte, wäre nur belächelt worden. Die Spielerinnen - damals ohne Trainer und Verantwortlichen - hatte sich vorgenommen trotz dieser Situation weiterzumachen.

Aus Gesprächen mit dem Betreuer der 1. Frauen Ulli Kunkel - „wir würden uns freuen, wenn Du uns unterstützen und uns durch die Saison begleiten könntest“ - ergab sich dann eine kontinuierliche Zusammenarbeit. Eine sehr erfolgreiche, wie sich am Ende zeigen sollte.

Klassenerhalt als ursprüngliches Saisonziel

„Das Saisonziel Klassenerhalt ist klar. Einfach wird das mit dem Kader von 13 Leuten nicht. In der Vorbereitung und beim Training ziehen die Frauen aber voll mit“, so die Einschätzung vom Coach damals in der Volksstimme. Mit einem Minikader starteten die Dodeleberinnen die Saison auswärts gegen den Landsberger HV und erkämpften sich den ersten Sieg.

TSV überrascht die Liga

Die nächsten Punkte mit „Torfrau Susanne Wegner in Glanzform“ holte man sich in der heimischen Wartberghalle gegen Lok Schönebeck und stärkte damit deutlich das mannschaftliche Selbstbewusstsein. Auch das „Spiel auf des Messers Schneide“ beim favorisierten HSV Magdeburg entschieden die Bördefrauen nach einem Nervenspiel knapp für sich, weil „wir das Spiel unbedingt gewinnen wollten und kämpferisch eine tolle Partie geboten haben“, so Kapitän Franziska Nolde nach dieser Partie. Immer dabei und die Geräuschszene in den Hallen beherrschend, unterstützten die Trommler des Vereins die Mannschaft. Gemeinsam mit dem Team beging man den super Saisonstart beim Sponsor im Restaurant „Kalimera“ und bestätigte damit auch den guten Teamgeist der Truppe.

Nach zwei weiteren Siegen gegen die TSG Calbe und in Bernburg musste man sich erst dem späteren Meister TuS Magdeburg-Neustadt geschlagen geben und die nach fünf Siegen in Folge unerwartete Tabellenführung abgeben.

Mit der Gewissheit die Saisonzielstellung schon erreicht bzw. übererfüllt zu haben, zeigten die TSV-Damen mit immer wieder berufsbedingt anderen Mannschaftsformationen in den weiteren Spielen ihre gewachsene Spielstärke, erkämpften in knappen Spielen wie gegen Post Magdeburg und Oebisfelde Unentschieden, aber auch weitere klare Siege.

In den letzten Begegnungen war mit Marcel Schlöricke auch wieder ein Trainer gefunden, der die Mannschaft künftig coachen wird.

Kudwin freut sich für das Team

Nach Aussetzung des weiteren Spielbetriebs durch den HVSA standen zu diesem Zeitpunkt insgesamt 16 Begegnungen mit 11 Siegen, 2 Unentschieden und 4 Niederlagen zu Buche. Entsprechend dem vom Verband angewendeten norwegischen Modell (Quotient Pluspunkte durch Spielanzahl) bedeutet das Platz zwei und damit die Vize-Meisterschaft für die Frauen des TSV Niederndodeleben II. „Mega Mädels, es war eine wirklich tolle Saison. Wir haben erreicht, womit wir anfangs gar nicht gerechnet haben. Am Ende auf Platz zwei zu stehen ist der Hammer“, beschreibt die beste Torschützin des TSV Anna-Lena Kudwin (108 Tore) die Freude des Teams in der Whatsapp-Gruppe treffend.