Irxleben l Entsprechend motiviert war der routinierte Gast, sich für die Halbfinalniederlage 2018 zu revanchieren. Das Heimteam aus Irxleben hingegen war höchstmotiviert, im zweiten Anlauf den Titel zu holen. Die Ausgangslage war aber schwierig. Irxleben mit einem Durchschnittsalter von unter 25 Jahren, die Gästespieler im Durchschnitt mehr als 12 Jahre älter, zumeist mit Erfahrung aus der Sachsen-Anhalt-Liga oder darüber.

Immerhin konnte Trainer Schröder bei dieser Mission aus dem Vollen schöpfen, 14 Spieler standen zur Verfügung. Vor großartiger Kulisse begann so ein Spiel, dessen Verlauf dann doch einige Parallelen zum Finale des letzten Jahres offenbarte. Den jungen Irxlebern war die den absoluten Siegeswillen begleitende Nervosität während des ganzen Spiels deutlich anzumerken. Selbst eine Zeitstrafe gegen Oebisfelde bereits in der zweiten Spielminute konnte die Nerven nicht beruhigen. In Unterzahl gingen die Gäste in Führung. Beiden Mannschaften fiel es zu Beginn schwer, zum Torerfolg zu kommen.

Ballverluste und mangelnde Konzentration

Für Oebisfelde war die starke Abwehrleistung des Verbandsligaaufsteigers eine derzeit ungewohnte Situation, denn auf dem Weg zum Finale warf man regelmäßig knapp 40 Tore im Spiel gegen Nordligisten. Nach ereignisarmen Anfangsminuten stellten sich die Erfahrenen Oebisfelder Recken dennoch zunehmend besser auf ihren Gegner ein. Zu viele einfache Ballverluste und mangelnde Konzentration im Torabschluss seitens der Heimmannschaft halfen dabei, und so kam der SVO über zahlreiche Gegenstöße zu einfachen Toren.

Die Irxleber Spieler hingegen mussten sich jeden Treffer hart erarbeiten. Trotzdem hatte der Gastgeber beim Stand von 7:8 in der 22. Minute mehrfach die Möglichkeit, das Spiel offen zu halten. Aber besonders in dieser Phase zeigten die Altmärker ihre immer noch vorhandene Klasse und Erfahrung. Bis zur Pause erhöhten sie ihre Führung dann auf vier Tore, beim Stand von 13:9 ging es in die Kabinen.

Weitere Verkürzung gelingt nicht

Zu Beginn des zweiten Abschnitts ein guter Start der Irxleber, so dass der Abstand auf zwei Treffer verringert wurde. Eine weitere Verkürzung, um den Gast unter Druck zu setzen, gelang dann aber nicht. Die Möglichkeiten waren zwar da, wurden aber nicht genutzt. Der Rückstand wuchs wieder auf vier Treffer und der SVO setzte alles daran, diesen Vorsprung zu halten. Man merkte schon, dass bei den SVO-Spielern langsam die Kräfte schwanden, aber immer wieder stand dann zumindest ihre Deckung und Irxleben nahm die eine oder andere Einladung zum Torerfolg nicht an oder scheiterte am Torhüter, den sich die Mannschaft aus der 1. SVO-Mannschaft ausgeborgt hatte.

Irxleben stellte zwar eine vergleichbar gute Abwehr, die den Gästen im Positionsangriff einige Probleme bereitete. Aber 15 eigene Treffer nach 50 Minuten zeigen jedoch deutlich, warum dieses Spiel verloren wurde. Während Oebisfelde immer wieder zu einfachen Toren kam, verzweifelte das Heimteam nahezu permanent an der hervorragenden gegnerischen Defensive.

Viele technische Fehler

Zu wenig Gefahr aus dem Rückraum und viele technische Fehler sorgten somit dafür, dass das Schröder-Team erneut nur den kleinen Pokal erhält. Ein weiterer positiver Aspekt des Spiels war die ausgezeichnete Leistung des Schiedsrichtergespanns Strauß/Pape vom Post SV Magdeburg. Am Ende steht ein verdienter 24:21-Erfolg für die Oebisfelder „Oldies“, die sich nach einem Jahr Pause den Nordcup zurückholen.

Die Oebisfelder konnten anschließend ihren fünften Nordcup-Erfolg bejubeln, der nach Ansicht von Toni Seiler auch völlig verdient war: „Es war eine souveräne Vorstellung. Wir haben aus einer sicheren Abwehr heraus unsere Angriffe geduldig ausgespielt. Es lief viel über den Kreis. Aber auch von den anderen Positionen waren wir gefährlich. Zudem war Manuel Weis im Tor ein sicherer Rückhalt.“ So enden auch einige Serien seitens des SVI. Die erste Niederlage im Kalenderjahr 2019 und die erste Niederlage vor heimischem Publikum in dieser Saison stehen nun zu Buche.

Die Irxleber Mannschaft bedankt sich abschließend für die tolle Unterstützung von allen Seiten, besonders bei den Zuschauern und den Trommlern der heimischen MJC-Mannschaft.

Statistik

SV Oebisfelde III: Weis - M. Meinel, Eckert (6), T. Mülller, Wolter (4), T. Seiler (2), Nico Bischoff (1), Thormeyer (2/2), F. Seiler (5), Rieck (2), Fieweger, Füchsel (2).

SV Irxleben: Prieß, Siebert; Hofmann, Richter, Heitmüller (4), Walter (5), Brett (2), Beier (1), Klaue (1), Neujahr (2), Ulrich (6), Pessel, Gabriel, Carlson