Irxleben l Angesichts des letzten Gegners ist die Niederlage verkraftbar, bei Betrachtung des Spielverlaufs überwiegt allerdings der Ärger über die verschenkten Zähler.

Auf Augenhöhe mit dem Favoriten

Zu Gast war der Tabellenführer HSG Osterburg. Die Devise war klar: Nachdem man den Start im Hinspiel komplett verschlafen hatte und so über die gesamte Spielzeit einem Rückstand hinterherlief, wollte man dieses Mal von Beginn an bereit sein. Zunächst konnte diese Vorgabe gut umgesetzt werden. In den ersten 25 Minuten entwickelte sich ein abwechslungsreiches Spiel, in dem sich keine Mannschaft absetzen konnte.

Einziger Kritikpunkt aus Sicht der Hausherren bis dahin: In der Abwehr gelang es nicht, den Gegner entscheidend zu stören, und so fielen zu viele einfache Tore für die HSG.Nach dem guten Beginn wähnte man sich dann allerdings etwas zu früh in der Halbzeitpause. Einige nachlässig vergebene Torchancen führten dazu, dass man statt des ausgeglichenen Spielstandes einen Vier-Tore Rückstand mit in die Kabine nahm.

SVI kämpft sich zurück

Auch nach der Halbzeit gelang es dem Schröder-Team nicht, aus diesem Tief zu finden. So konnten sich die Gäste nach und nach absetzen. Resignation breitete sich aus, die Gastgeber schienen sich mit einer deutlichen Niederlage abzufinden. Viele überhastete Abschlüsse, zahlreiche Ballverluste und Nachlässigkeiten in der Defensive sorgten dafür, dass der Tabellenführer von der Biese elf Minuten vor Schluss mit acht Zählern führte.

Das Spiel, so sahen es auch die ca. 90 Zuschauer, schien entschieden. In der letzten verbliebenen Auszeit stellte Trainer Schröder seine Mannen auf eine aggressive offensive Abwehrformation um.

Ab sofort kamen die Gäste kaum noch in Tornähe und damit zu Abschlusssituationen, sie fanden im Angriff einfach keine Lösungen mehr und leisteten sich in Folge zahlreiche Ballverluste. Und auf einmal gelang den Hausherren alles. Ballgewinn, Konter, Tor, mal um mal. Der bis dato beste Osterburger, Torwart Feindt, bekam keine Hand mehr an die Bälle – außer beim aus dem Netz holen.

SVI hat die späte Chance zum Ausgleich

Nachdem Anschlusstreffer durch Andre Brett zu Beginn der letzten Spielminute bekam Osterburg 25 Sekunden vor Spielende noch die Chance zur Entscheidung durch einen Siebenmeter. Borzucki setzte diesen an den Pfosten und damit bot sich in den letzten 20 Sekunden sogar die Chance zum Ausgleich. Der letzte etwas überhastete Wurf des Spiels verfehlte zwölf Sekunden vor Spielende dann aber leider das Ziel.

Am Ende muss man sich die Frage gefallen lassen, warum – nicht zum ersten Mal - das Handballspielen in einigen Spielphasen komplett eingestellt wurde. So verpasst es der Aufsteiger ein weiteres Mal, obgleich auch dieser Gegner absolut schlagbar gewesen wäre, den Anschluss an das Tabellenmittelfeld herzustellen und steckt weiterhin mitten im Abstiegskampf.

Niederlage gibt auch Hoffnung

Wenn die Mannschaft irgendwann einmal die Konzentration, den Kampfgeist und den Siegeswillen der letzten Minuten über die komplette Spielzeit zeigt, wird man in den bevorstehenden Abstiegsduellen auch wieder punkten können.

Die erste Möglichkeit dazu besteht in der nächsten Woche, dann steht das Auswärtsspiel in Stendal an.