Magdeburg l Entscheidend für das Spiel war es nicht, als Hannes Bransche am Mittwoch beim klaren Sieg der SCM-Profis gegen Nordhorn-Lingen (39:27) zum zwischenzeitlichen 38:25 traf. Aber für sein Selbstvertrauen war dieses Tor unheimlich viel wert. „Das hat sich richtig gut angefühlt“, erinnert sich der 20-Jährige gern an den Moment zurück, als ihm die gut 6000 Zuschauer in der Getec-Arena zujubelten. So viele Fans werden es morgen natürlich nicht sein, wenn Bransche zu den Youngsters zurückkehrt.

10 Spiele und zwei Tore in der Bundesliga

Seit der Verletzung von Albin Lagergren im April gehörte er zum Kader des Bundesligateams, absolvierte insgesamt 10 Spiele und warf zwei Tore. Bransche: „Gerade beim Training habe ich in dieser Zeit unheimlich viel Erfahrungen sammeln können, bekam viele Tipps, wie man sich im Abwehrverhalten am besten stellt und beim Angriff am cleversten kreuzt. Interessant war es auch, mitzuerleben, mit welchem Selbstbewusstsein die erfahrenen Spieler eine Partie angehen.“

Während in der 3. Liga auch mal Fehler vom Gegner nicht ausgenutzt werden, bekam Bransche zu spüren, dass in der Bundesliga jeder noch so kleine Lapsus gnadenlos bestraft wird. Bransche: „Gegen Nordhorn wurde mir im Angriff auch gleich ein Ball weggefangen. Das hat mich mächtig geärgert, weil in dieser Situation viel mehr möglich war. Da hat man deutlich gemerkt, dass schon noch ein bisschen was fehlt, um ein Bundesligaspieler zu sein.“

Handball und Psychologie-Studium

Aber genau aus solchen Situationen lernt ein junger Spieler. „Von dieser Erfahrung will ich jetzt aber bei den Youngsters profitieren und dort zu einem Führungsspieler werden. Ich habe ja lange nicht dort gespielt, will jetzt aber am Sonntag gleich vorangehen“, erzählt Bransche, der neben dem Handballspielen bald auch wieder studiert. Im Oktober beginnt für ihn das 3. Semester seines Psychologie-Studiums. Bransche: „Das hat mich schon immer interessiert und ich finde das ganz spannend.“

So kann er auch ganz gut einschätzen, dass seine Rückkehr zum Nachwuchs keine Degradierung ist. Bransche: „Das war ja von vornherein so abgesprochen. Durch die Verletzung von Albin Lagergren und zuletzt Christoph Steinert war es ja wichtig, auch im Training einen zweiten Linkshänder für den Rückraum zu haben.“

Vinnhorst ein echter Gradmesser

Geschenkt bekommen werden Bransche und die Youngsters aber auch von Vinnhorst die Punkte nicht. „Unser nächster Gegner strebt den Aufstieg in die 2. Liga an. Die spielen sehr variabel und haben ein große individuelle Qualität. Ein echter Gradmesser. Da werden wir ordentlich gefordert“, so Youngsters-Trainer Vanja Radic, der seinem Team eigentlich nur das letzte Ergebnis der Gäste zeigen muss. Da hat Vinnhorst mit 31:25 gegen den Nachwuchs der Berliner Füchse gewonnen. Und zum Saisonauftakt gab es ein 32:27 in Oranienburg.