Magdeburg/Bremen l Dreimal wurden Leichtathleten des SC Magdeburg am Wochenende bei den U-16-Meisterschaften in Bremen zur Siegerehrung aufgerufen; mit einer Staffel-Goldmedaille und zwei Silbermedaillen traten die Magdeburger die Heimreise an. Doch welchen Stellenwert haben diese Trophäen für die jungen Sportler, sind es doch die ersten Medaillen bei einer großen nationalen Meisterschaft?

Nebelung mit "Windsilber"

Vielleicht wird Speerwerfer Arne Nebelung seine Medaille irgendwann „Windsilber“ nennen, denn im Wettkampf der 15-jährigen Jungen spielten die äußeren Bedingungen eine entscheidende Rolle. Bis zum letzten Durchgang führte der SCM-Werfer mit 53,95 Metern, ehe ihm Max Dehning aus Celle mit 55,08 Metern noch den Sieg entriss. Nebelung konnte nicht mehr kontern. „Auf einmal war der Gegenwind weg. Mein Fuß hatte die Linie berührt, somit war der Versuch leider ungültig“, analysierte der von Björn Lange trainierte Athlet und gab gleich neue Ziele für sich aus: „Natürlich ist das ärgerlich. Aber wenn es schon nicht mit Gold geklappt hat, sollen im Sommer wenigstens noch die 60 Meter fallen, bevor ich zur Wintersaison auf den 700-Gramm-Speer umsteige.“

Die Silbermedaille von Bremen bekommt auf jeden Fall einen Platz an der Sportwand in Arnes Zimmer, neben weiteren Medaillen und seinem ersten Speer.

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Silber auch für Akomas

Auch Christina Onwu Akomas strahlte bei der Siegerehrung über Silber, errungen im Sprint über 80 Meter Hürden. Als Zweitbeste in der Meldeliste und als Sechstbeste der Vorläufe konnte nur ein fehlerfreier Finallauf zur ersehnten Medaille führen. Und vielleicht sollte Christina öfter auf der Außenbahn acht laufen: Mit Bestleistung von 11,46 Sekunden stürmte sie ins Ziel. Nur Alina Vollert aus Chemnitz war 15 Hundertstel schneller.

„Meine Trainerin Johanna Heise hatte mir noch wichtige Hinweise gegeben. Ich konnte alles umsetzen und war auch richtig konzentriert“, berichtete Christina später.

Titelverteidigung mit komplett neuem Quartett

Die Medaille nimmt die 15-Jährige erst einmal mit an die Nordsee, dort verbringt sie mit ihrer Familie den wohlverdienten Sommerurlaub. Zu Hause findet die Plakette Platz neben der Goldmedaille der Schülerweltmeisterschaft und gemeinsam mit dem Staffelgold, das sie in Bremen auch noch gewann. Dort siegte die SCM-Staffel über 4 x 100 Meter in 47,57 Sekunden und mit einem deutlichen Vorsprung von 78 Hundertsteln vor dem Quartett des SC DHfK Leipzig.

Interessant: Diese Goldmedaille wurde von einem komplett neuen Team im Vergleich zum Vorjahr errungen. Luna Nowak, Deborah Hartmann, Christina Onwu Akomas und Aliyah Njock waren im Vorfeld zwar als Mitfavoriten im Gespräch, aber sowohl bei den Mitteldeutschen Meisterschaften als auch im Vorlauf waren die Mädchen aus Dresden schneller.

Zweiter Wechsel war eng

Trainerin Heise analysierte später einen sehr engen zweiten Wechsel: „Aber drin ist drin.“ Und sie stellte das Quartett optimal für das Staffelfinale ein: „Wir haben zwar Bahn eins und laufen optisch hinterher, aber der Tod kommt schleichend.“ Nach 47,57 Sekunden rissen ihre vier Mädchen jubelnd die Arme hoch: Titel verteidigt mit Bestleistung. Luna als Ersatzläuferin, Deborah als Geburtstagskind und jetzt mit perfektem Wechsel auf Christina sowie Aliyah als absolute Kämpfernatur - jede Medaille erzählt eine kleine Geschichte.

Ohne Medaille, aber mit Bestleistung beendete das männliche Staffelquartett die Meisterschaft. Im B- Finale liefen die Jungen Bestleistung von 46,44 Sekunden. Die Zeit bedeutete in der Endabrechnung den zehntbesten Wert aller Staffeln.

Langhürdlerin Lavinia Balzer startete ebenfalls im B-Finale, erreichte dort Rang zwei und erreichte im Gesamtklassement die fünftschnellste Zeit.