Die SCM-Youngsters waren zuletzt in der 2. Handball-Bundesliga spielfrei. Diese Pause war allerdings keineswegs eine handballlose Zeit. Im Gegenteil. Derzeit wird abwechselnd mit der A-Jugend und dem Bundesligateam gemeinsam trainiert.

Magdeburg. Trainer Christian Prokop, der das erste von zwei Referendariatsjahren absolviert, nutzte die Herbstferien für einige freie Tage mit Lebensgefährtin Sabrina an der Ostsee. Doch seit Wochenbeginn rollt der Ball wieder, waren mit Schulz, Thoke und Kübler auch drei Youngsters im Benefizspiel am Montag beim Fermersleber SV mit dabei.

Nach neun Punktspielen mit drei Siegen daheim gegen Nordhorn, Hildesheim und Aschersleben sowie fünf Niederlagen und einem Remis zieht Prokop eine durchaus positive Zwischenbilanz: "Damit kann man durchaus zufrieden sein, haben wir doch nicht nur eine neu zusammengestellte, sondern bekanntlich auch die jüngste Mannschaft der Liga. Sichtbar wurde eine Entwicklung, gewachsen ist eine gewisse Abgeklärtheit in Drucksituationen. Auswärts haben wir noch nichts Zählbares geholt, aber auch das ist eine Frage der Zeit. Wichtiger ist aber die Entwicklung der einzelnen Spieler und des Teams. Hut ab, was da zum Beispiel der gerade 18-jährige Philipp Weber leistet, der im Innenblock, aber auch im Angriff fast schon 60 Minuten durchspielt. Auch Kübler hat sich entwickelt, Kupfer spielt als jetziger Alleinunterhalter auf Linksaußen ganz stark."

Dass die SCM-Zweite aufgrund der Spielklassenreform zum Saisonende als Zwangsabsteiger feststeht, ist für Prokop kein Problem: "Die Mannschaft will sich präsentieren. Weder bei ihr, noch bei mir kann ich Motivationsprobleme ausmachen." Prokop, der bis zu seiner schweren Knieverletzung in Wuppertal 1. Bundesliga spielte, will als Trainer zurück in die Eliteliga, kann sich nach Auslaufen seines Zweijahresvertrages im Sommer 2011 aber durchaus eine weitere Zusammenarbeit mit dem SCM vorstellen: "Mein Referendariat dauert bis 2012. Auch die künftige 3. Liga ist sehr interessant. Richtig ist aber auch, ich möchte auch als Trainer einmal in der Ersten Liga ankommen."

Bleibt abzuwarten, wer die Elbestadt vor der neuen Dritt-liga-Saison eher verlässt, Trainer Prokop oder zum Beispiel die hochtalentierten Weber, Meschke, Hauge und Storbeck. "Natürlich ist es schwer, die Genannten in der 3. Liga zu halten. Über das Wie müsste man sich zunächst im eigenen Verein Gedanken machen und damit nicht zu lange warten", meint Prokop, um zu ergänzen: "Vielleicht wäre auch eine Ko-operation mit Dessau möglich, wenn sie denn die eingleisige Zweite Liga erreichen, wonach es ja gegenwärtig aussieht. Zumindest blieben die Jungs dann in der Region." Ähnliche Gedanken hatte vor einiger Zeit auch schon Dessaus Trainer Peter Pysall geäußert.

Seit letzter Woche bedrückt den Youngsters-Trainer aber ein akutes Verletzungsproblem, denn bei Torwart Felix Storbeck wurde ein Bruch des Handwurzelknochens diagnostiziert. Der 18-Jährige muss jetzt sechs Wochen Gips tragen, fällt voraussichtlich ein Vierteljahr aus. Der Keeper kam im August von der Jugend-WM in Montenegro angeschlagen zurück, bekam wegen eines vermeintlichen Haarrisses eine Schiene, die er aber nicht lange trug. Nachdem die Schmerzen zunahmen, ließ sich Storbeck in der vergangenen Woche noch einmal röntgen, dabei wurde der Bruch festgestellt.

Ein Handicap für die Youngsters und die A-Jugend, denn nun wird wohl der gerade 18 gewordene Marcel Balster in der 2. Liga aushelfen müssen.